Wie schaffst du das alles?

Ich werde immer wieder gefragt, wie ich das alles schaffe: Bloggen, Buch schreiben, Weiterbildungen machen. Und vor allem gleichzeitig Mama sein von zwei kleinen Kindern, die ich selbst betreue. Und den Haushalt. Und die Ehe. Und soziale Kontakte, kreative Projekte, etc.

Manche müssen wohl denken ich wäre Super-Woman. Bin ich aber nicht.

Denn meine ganze ehrliche Antwort auf diese Frage ist: „Tue ich ja nicht. Ich schaffe ja gar nicht alles!“ Auf den ersten Blick sieht die Liste oben ziemlich lang und eindrucksvoll aus. Aber wer sagt, denn dass ich all das gleichzeitig tue? Und dass das, was ich tue, immer funktioniert? Und dass nicht oft furchtbar viel liegen bleibt?

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Denn genau das ist der Punkt. Wie wahrscheinlich jede andere Mama auch, habe ich meine To-Do-Liste, die jeden Tag ein bisschen anders aussieht und meist viel zu lang ist. Einiges läuft relativ automatisch – also zumindest meistens. Gewisse Abläufe, die irgendwie gut funktionieren, werden eben zu Routinen. Dann ist es halt immer so, dass erst alle Zähne putzen, bevor die Wäsche in die Waschmaschine kommt. Oder dass eben immer erst nach dem Mittagsschlaf eingekauft wird.

Ist wirklich alles eine Frage der Organisation?

Dieses Credo ist ziemlich verführerisch – Familie, Haushalt, Job, Hobbies, Freundschaften, Ehe. Alles nur eine Frage der Organisation. Aber daran glaube ich offen gestanden nicht. Dinge lassen sich organisieren, aber nicht Menschen. Und in der Familie geht es nun mal um Menschen. Ich kann nicht organisieren, ob mein Kind nachts gut schläft, ob es Bauchweh hat, ob sich die Geschwister streiten oder ob sie friedlich miteinander spielen. Aber genau das hat Priorität.

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Und genau deshalb schaffe ich eben nicht immer „das alles“. Irgendwann habe ich für mich selbst die Regel aufgestellt, dass ich eine Pause mache, wenn meine Kinder schlafen. Diese Regel breche ich regelmäßig, da meine Kinder natürlich nicht immer gleichzeitig schlafen. Und Pause heißt bei mir offen gestanden auch nicht wirklich Pause, sondern schreiben. Am Blog oder am Buch. Oder E-Mails. Social Media. Ihr wisst schon.

Eigentlich ist es mehr ein Prioritäten-Setzen. Und ein ständiges Abwägen. Und ganz viel Flexibilität.

Meine oberste Priorität ist, dass es den Kindern und auch uns als Eltern gut geht. Oder zumindest so gut, wie eben möglich. Wenn das der Fall ist organisiere ich darum herum den Haushalt, den Blog, das Buch, die Freundschaften und all die anderen Ideen, die so in meinem Kopf herum spuken.

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Und das hat zur Konsequenz, dass der Abwasch manchmal liegen bleibt. Dass ich schon wieder nicht gewischt habe. Dass ich meinen Artikel nicht fertig geschrieben habe. Dass ich seit einer Woche nicht am Buch geschrieben habe. Dass mein Korb mit meinen Handarbeitsprojekten überquillt und seit Wochen nicht angerührt wurde. Dass das Kinderzimmer schon wieder nicht aufgeräumt ist.

Und? Glaubt ihr immer noch, dass ich Super-Woman bin?

Ich bin ganz normal und wahrscheinlich sogar schlechter organisiert, als viele von euch. Macht euch mal bewusst, wie viel ihr selbst tagein tagaus auf eurer To-Do-Liste stehen habt und wie viel ihr organisiert und gleichzeitig macht. Es würde mich nicht wundern, wenn eure Listen noch länger sind als meine.

Erzählt mir doch mal, wie „ihr das alles so schafft“! Ich kann bestimmt noch etwas von euch lernen.

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4 Comment

  1. Reply
    Regina
    9. Dezember 2016 at 13:11

    Diese Frage bekomme ich auch regelmäßig zu hören und meine Antwort lautet ganz genauso! 😂 Die Beispiele hätten echt von mir sein können… unerledigter Abwasch, chaotisches Kinderzimmer… während ich am Laptop sitze und schreibe. Ach, schön, wenn man damit nicht allein ist.

    1. Reply
      Ida
      11. Dezember 2016 at 22:05

      Liebe Regina,

      hihi – ich freue mich auch immer zu lesen (oder zu hören), dass andere ihren Alltag ähnlich handhaben.

      Ganz liebe Grüße
      Ida

  2. Reply
    Fällawano
    17. Dezember 2016 at 16:06

    Wirst du das wirklich gefragt? So unterschiedlich kann es in Europa sein. Im hiesigen Kulturkreis wäre die Reaktion eher „Oh, ihr leistet es euch, dass nur einer berufstätig ist. Da hast du ja sicher viel Zeit. „

    1. Reply
      Ida
      17. Dezember 2016 at 20:50

      Ich glaube ich verstehe deine Frage nicht: Ja, ich werde das oft gefragt, warum sollte ich es sonst schreiben?

      Zum Thema „Oh, ihr leistet es euch, dass nur einer berufstätig ist. Da hast du ja sicher viel Zeit.“ habe ich letztens erst einen Artikel geschrieben, schau mal hier. Ich denke, dass schon vielen Menschen bewusst ist, wie viel Arbeit es ist mit noch sehr kleinen Kindern zu Hause zu sein. Ohne zusätzliche Betreuungsperson. Weil eben alle Arbeiten, die so anfallen und die sonst zwischen verschiedenen Personen aufgeteilt werden können, an nur einer Person hängen bleiben.

      Ich muss ein bisschen darüber schmunzeln, dass es offenbar Menschen gibt, die glauben, dass man ganz viel Zeit hat, wenn man mit Kindern zu Hause bleibt. Und mehr oder weniger „nebenbei“ noch das eine oder andere Projekt realisiert. Aber ja, Prioritäten werden sehr unterschiedlich gesetzt.

      Liebe Grüße
      Ida

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