Was ist eigentlich eine gute Mutter?

Wir stecken mitten in den Oster-Vorbereitungen. Eier werden gefärbt, Essen gekocht, ein Osterlamm gebacken, der Osterstrauch aufgestellt. Wir besorgen ein paar Kleinigkeiten für die Tafel, damit auch andere Ostern ein bisschen genießen können. Es ist viel zu tun. Die Kinder sind voller Begeisterung dabei und alle arbeiten zusammen. Schön irgendwie.

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Wir genießen diese Atmosphäre. Aber sie ist nicht immer so. Nicht immer ist es bei uns friedlich. Nicht immer arbeiten wir alle Hand in Hand.

Aber vielleicht müsste ich dafür sorgen?

Vielleicht wäre ich dann eine gute Mutter? Die Frage, was eine gute Mutter ist und wie ich eine gute Mutter sein kann, beschäftigt mich schon seit meiner ersten Schwangerschaft. Und ich glaube, dass ich noch immer keine passende Antwort auf meine Fragen gefunden habe.

Als ich zum ersten Mal Mutter wurde dachte ich, eine gute Mutter müsse ihr Kind pausenlos im Tragetuch tragen, stillen (so lange bis das Kind sich von selbst entwöhne), mit dem Kind im gleichen Bett schlafen, nie schimpfen, dem Kind keine Süßigkeiten geben. Und so weiter.

Diese Annahmen sind nicht grundsätzlich falsch. Aber eben auch nicht grundsätzlich richtig

Und wie immer sind meine Kinder in diesen Fragen meine Lehrmeister. Denn sie lehrten mich, dass nicht alle Kinder immerzu im Tragetuch getragen werden möchten. Auch wenn es mich irritierte, musste ich lernen, dass manche unserer Kinder zumindest phasenweise sehr gerne im Kinderwagen gefahren werden. Ich musste lernen, dass ich nicht bei jedem unserer Kinder die Kraft hatte so lange zu stillen, bis das Kind sich selbst entwöhnt.

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Und damit nicht genug – ich weiß noch, wie überrascht ich war, als ich feststellte, dass manchen Kindern zumindest phasenweise das Familienbett viel zu wuselig ist. Und dass sie in manchen Nächten lieber alleine schlafen.

Und dann ist das ja auch noch das Schimpfen…

Ich finde schimpfen doof. So richtig doof. Und trotzdem gibt es diese Momente, in denen ich ungeduldig bin. Genervt. In denen ich wütend werde. Und dann schimpfe ich zum Teil eben doch. Und Süßigkeiten gibt’s bei uns auch. Nicht oft. Aber eben auch nicht nie.

Habe ich dann also auf ganzer Linie versagt?

Ich glaube nicht. Das Bild, das ich mir vor einigen Jahren selbst als Anspruch geschaffen habe, ist eine Idealvorstellung. Es ist das Bild einer perfekten Mutter. Aber eine gute Mutter ist keine perfekte Mutter. Kein Kind braucht perfekte Eltern. Eine gute Mutter macht Fehler. Manchmal sogar zu viele.

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Aber sie bemüht sich aus ihnen zu lernen. Sie kann ihre Kinder um Verzeihung bitten. Sie kann über ihre Fehler vielleicht sogar lachen. Und dann kann sie ihren Kindern gerade mit ihrem Nicht-Perfekt-Sein Mut machen. Denn auch unsere Kinder sind ja nicht perfekt.

Und müssen es auch gar nicht sein.

Denn sie sind genau richtig so wie sie eben sind. Und das sind wir auch. Und wenn wir ihnen das vermitteln können – dann sind wir richtig gute Mütter.

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