Was ist dir heilig?

Letztens kam ich auf die Idee zwei mir sehr wichtige Begriffe zu googeln – einfach mal so, um zu sehen, was als erstes erscheinen würde: „Religion“ und „Glaube“. Neben den obligatorischen Wikipedia-Artikeln erschienen in erster Linie Themenportale und einzelne Artikel, die entweder den Begriff „Religion“ und „Glaube“ versuchten möglichst genau zu umreißen und zu erklären oder sich aber mit spezifischen Fragen und Problematiken auseinandersetzten, die im Zusammenhang mit Religion und Glaube gesehen wurden.

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Was wir mit Religion und Glaube oft verbinden

Stichwörter können hier u.a. „Kopftuchstreit“, „(islamischer) Religionsunterricht“, „Religionslosigkeit“ oder „Weltoffenheit“ und „Toleranz“ sein. All diese Artikel sind sicherlich wertvoll und ein wichtiger Beitrag zum Thema, aber eines fällt mir dennoch auf: Sie beleuchten Religion und Glaube weitgehend von außen. Und diese Beobachtung beschränkt sich gar nicht nur auf weltanschaulich neutrale Medien, sondern trifft zum Teil durchaus auch auf kirchliche Medien zu.

Persönliche Glaubenszeugnisse finden sich eher selten, aber auch Diskussionen aktueller Themen aus christlicher Sicht finden offensichtlich eher im Verborgenen statt. Es ist nicht falsch Religion von außen zu betrachten – aber eben auch nicht erschöpfend, denn der gelebte Glaube muss sich auch selbst mitteilen, um nicht zu einer ganz und gar unbekannten Größe zu werden.

Deshalb kam mir eine Idee…

Deshalb habe ich mich gefragt, was denn den Glauben im Alltag eigentlich ausmacht. Und damit meine ich nicht rein technisch den Gottesdienstbesuch am Sonntag, das Tischgebet und das persönliche Bibel-Studium. Ich meine viel eher, wo sich dein Glaube im Alltag zeigt, wo und wie er dich begleitet und was er für dich bedeutet. Dazu gibt es eine ganze Reihe Gedanken und ich dachte, ich widme mich heute zum Einstieg mal dieser Frage:

Was ist dir heilig?

Erzähl mir, was dir heilig ist und warum! Ist es ein Ort, eine Tätigkeit, eine Gewohnheit – oder ganz etwas anderes? Was für Gedanken bewegen dich zum Thema „Heiligkeit“?

Und wie sieht das für mich aus?

„Heiligkeit“ kommt von heil, also vollkommen, unzerstört – aber auch besonders und verehrungswürdig (siehe auch hier) und damit ist Heiligkeit letzten Ende das Ziel eines christlichen Lebens. Mit Heiligkeit ist also nicht gemeint, besser zu werden als unsere Nächsten. Es geht nicht um einen Wettkampf oder um Etappenziele. Es geht darum, das wieder heil und vollkommen zu machen, was ursprünglich ganz und vollkommen war.

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Ziemlich theoretisch, oder?

Ich weiß. Musste aber sein, damit klar ist, wovon ich hier schreibe. Mir sind die Zeiten am Tag heilig, die ich für mein Bibelstudium oder ein Gebet habe – oder auch für eine Heilige Messe. Das sind nämlich die Zeiten, wo alles irgendwie ganz ruhig und wesentlich wird. Irgendwie wird in diesen Zeiten alles ins rechte Licht gerückt und vieles was so wichtig erschien, ist auf einmal gar nicht mehr so dramatisch.

Das sind diese Zeiten, die so viele Impulse bereithalten und ganz viel Kraft geben.

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0 Comment

  1. Reply
    steffiiscooking
    10. Juni 2016 at 20:44

    Mir ist das Gute und Positive im Menschen heilig. Klingt erstmal komisch? Ich meine damit die positive Energie, die jeder von uns in sich trägt , doch unterschiedlich stark ausgeprägt bei jeden von uns ist. Aber auch die neutrale Energie , die oft vergessen wird, da der Mensch meint , immer Stellung nehmen zu müssen. Wie anstrengend eigentlich. Mir ist heilig, mich darauf im Alltag zu besinnen. So viel wie möglich von neutraler bis positiver Energie fließen zu lassen. Denn dadurch schöpfe ich Kraft, besinne mich auf mein Inneres und reflektiere Geschehenes oder zukünftiges. Mir ist der Glaube an das Universum heilig. Und ihre Kraft auf unser Inneres. Wir sind ein Spiegel für unsere Umgebung und umgekehrt. Vorbilder sind mir heilig und ich selbst möchte ein positives Vorbild sein. Mir ist die Zeit mit meinen Kindern und meinem Mann heilig und ich spüre durch sie inneren Frieden. Mir ist die Zeit abends zu Lesen heilig , denn mein Geist möchte wachsen.

    1. Reply
      Ida
      11. Juni 2016 at 12:46

      Der Gedanke, den Geist wachsen zu lassen, gefällt mir.

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