Warum wir unsere Kinder mit dem Essen nicht unter Druck setzen

„Isst du denn auch genug?“

Musstet ihr als Kinder diese Frage auch ständig über euch ergehen lassen? Ich schon. Und ich fand es schrecklich. Aus heutiger Sicht hätte ich mir für mein damaliges Kinder-Ich einen Souffleur gewünscht, der mich mit schlagfertigen Antworten versorgte. Zum Beispiel dieser:

„Ich denke schon, denn ich lebe ja und bin gesund. Ich habe gehört, dass man nur leben und gesund sein kann, wenn man auch genug isst.“

Das ist ein Fakt. Und das ist eigentlich alles, was wir als Eltern wissen müssen. Gesunde Kinder essen so viel wie sie brauchen. Manche brauchen viel, andere wenig. Punkt. Wir setzen unsere Kinder deswegen mit dem Essen nicht unter Druck.

Das wird von unserer Umgebung allerdings nicht immer verstanden.

„Jetzt haben wir gar nicht kontrolliert, wie viel du gegessen hast!“

riefen bereits öfter Menschen, die uns nahe stehen, voller Sorge aus. Ich beiße mir dann auf die Zunge, um nicht unhöflich zu werden – aber sobald das Wort „Kontrolle“ im Raum steht werde ich schnell ungemütlich. In besagter Situation versuche ich dann immer möglichst freundlich etwas in der Art wie „Das müssen wir auch gar nicht. Wenn Kind1 noch Hunger hätte, würde es ja noch essen.“ zu sagen.

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Wir sind für die Ernährung unserer Kinder verantwortlich – aber wir sollten sie nicht kontrollieren

Versteht mich nicht falsch: Wir sind als Eltern für die Ernährung unserer Kinder verantwortlich: Kaufen wir Tiefkühl-Pizza oder kochen wir selbst, gibt es morgens Kakao und Nutella oder Tee und Käse, gibt es nachmittags Kekse oder Obst – das ist unsere Verantwortung. Die Mengen, die unsere (gesunden) Kinder essen sind es nicht.

Unsere Kinder wurden von Anfang an nach Bedarf gestillt und haben sich selbst in ihrem eigenen Tempo unserem Familienessen angenähert. Wir haben nie irgendein Ernährunhs- oder Beikost-Programm mit ihnen durchgeführt. Dadurch haben sie gar nicht erst verlernt auf ihren Körper zu hören und zu wissen wie viel sie brauchen.

Wie geht ihr mit der Ernährung eurer Kinder um?

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0 Comment

  1. Reply
    Maria von OstSeeRäuberBande
    24. Juni 2016 at 22:25

    Oh, noch ein spannendes Thema bei dir gefunden. An einem Post zu diesem Thema bastel ich auch gerade 🙂

    Essen ist bei uns irgendwie schwierig gerade. Der Jüngste möchte mit 2 am liebsten auf fast nur Stillen plus Obst und Süßigkeiten/Eis umsteigen. Und das geht für mich garnicht, weil ich nicht wieder ständig nachts stillen will. Auch nicht tagsüber, wenn wir unterwegs sind. Hätte ich nur ein Kind könnte ich mit Lieblingsessen locken und solange wie möglich ablenken, damit er hungrig wird. Aber irgendwie funktioniert das mit 3 Kindern nicht so gut. Die anderen sind auch keine großen Esser, aber sie wollen jetzt täglich (am besten mehrmals) Eis und die Große kauft sich von ihrem Taschengeld auch selbstständig Süßes. Und ich stehe da, will eigentlich sie selbst bestimmen lassen was und wieviel sie essen aber es funktioniert irgendwie nicht so gut. Also gabt es „mindestens … Löffel, sonst gibt es keinen Nachtisch“ bzw. Tränen deswegen und als neueste Variante eine Mama, die dem Kleinsten mit Essen hinterherflitzt und beim Spielen immermal einen Löffel in den Mund schmuggelt. Bisher alles nicht so ideal.Wir wollen sie selbst bestimmen lassen aber können gerade nicht mit den Konsequenzen (maulige Kinder, anstrengende Nächte) leben. Immerhin wird es scheinbar gerade wieder besser…

    Viele Grüße,
    Maria von OstSeeRäuberBande

    1. Reply
      Ida
      25. Juni 2016 at 07:55

      Schafft ihr es, mit der Großen gemeinsame Absprachen zu treffen, was Süßigkeiten angeht? Manchmal hilft das ja ganz gut.

      Ich kann aber gut verstehen, dass das nicht einfach ist.

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