Warum ich mit unserem klassischen Rollenmodell tatsächlich glücklich bin

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Immer wieder lese ich Erfahrungsberichte anderer Mütter, die sich an der Vereinbarkeit von Muttersein, Familienalltag, Haushalt und Beruf versuchen und mehr oder weniger optimistisch von ihren Herausforderungen erzählen. Manche klingen beschwingt und froh über ihre Berufstätigkeit, viele aber auch erschöpft. Zum Teil sogar resigniert und desillusioniert von der Rollenverteilung in ihrer Familie.

Und ich kann nicht mitreden

Denn ich bin mit unseren Kindern zu Hause und wenn wir das Glück haben sollten, noch mehr Kinder zu bekommen (was wir wirklich sehr hoffen), dann wird sich das so schnell auch nicht ändern.

Zum Erstaunen – und auch Unbehagen – Vieler haben wir uns für ein ganz klassisches Rollenmodell entschieden. Und dass obwohl wir doch noch so jung sind. Und damit sind wir auch noch glücklich, bin ich auch noch glücklich. Als nicht-berufstätige Hausfrau.

Ja wirklich. Ich genieße es jeden Tag mit meinen Kindern verbringen und mir meine Zeit ganz frei einteilen zu können. Eine Familie zu managen und Kinder ins Leben zu begleiten ist eine ganz schöne Herausforderung und eine große Verantwortung. Ich bin dankbar, dass ich mich dieser Aufgabe ganz widmen kann.

Ich bin dankbar, dass ich mich dieser Verantwortung ganz stellen kann und mich nicht um eine Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familie bemühen muss.

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Mein Alltag als Hausfrau und Mutter

Mein Alltag spielt sich zwischen Wäschebergen, Kochtöpfen, Spielplätzen und einem waghalsig in unserem Haus verteilten Parcours aus Kastanien, Wachsmalstiften, Holztieren und Musikinstrumenten ab. Ich singe und male, ich baue Bauklotz-Türme und Sandburgen, ich staune über Käfer und abgerissene Gänseblümchen.

Wahrscheinlich könnte ich tatsächlich “mehr” – meinen Einser-Uni-Abschluss habe ich immerhin nicht in der Lotterie gewonnen. Aber ich will gar nicht mehr. Das, was ich tue, mag nicht eben als sonderlich distinguiert oder ambitioniert erscheinen – und das ist es auch nicht. Aber muss es das denn überhaupt sein?

Es ist sinnvoll. Und das ist mir das Wichtigste

Das klassische Rollenmodell ist sicher nicht das einzige, wahre und richtige Modell für jede Familienkonstellation, aber – und das muss man zugeben – es funktioniert. Und für uns sogar richtig gut.

Ich habe mir nie Sorgen darüber gemacht, was aus mir beruflich in der Zukunft “wird”. Ich kann nicht in die Zukunft schauen – das können wir alle nicht. Aber ich kann sehen, was jetzt gerade für meine Familie und mich sinnvoll ist. Und das ist für mich das Entscheidende: Etwas Sinnvolles zu tun, etwas Nachhaltiges – für mich, aber eben auch für andere. Ganz besonders für meine Familie.

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0 Comment

  1. Reply
    Maria
    28. Mai 2016 at 08:38

    Und wieder kann ich nur sagen “Ja, genau! So ist es!” Vielen Dank für den tollen Beitrag. Ich komme mir immer noch vor wie eine sonderbare Spezies, wenn ich mir mein Umfeld anschaue, in dem die Mütter nach ein zwei Jahren wieder arbeiten gehen und nicht verstehen, dass ein Mutter- und Hausfrauendasein durchaus etwas sehr schönes haben kann. 🙂

    1. Reply
      livingacatholicfairytale
      28. Mai 2016 at 09:09

      Genau! Ich werde oft entweder bedauert oder für unsolidarisch gehalten, weil mein Mann unsere Familie versorgen muss und ich mir zu Hause ein schönes Leben mache. Übersehen wird dabei, dass wir beide damit sehr glücklich und zufrieden sind.

  2. Reply
    Martha
    28. Mai 2016 at 14:25

    Das hätte ich geschrieben haben können… So ist es! Schade, dass es einem manchmal so schwer gemacht wird, wirklich frei zu wählen. Wir können vom Gehalt meines Mannes etwas mehr als die Miete stemmen und sind daher auf staatliche Unterstützung angewiesen. Nicht immer begegnet man uns respektvoll, obwohl wir unsere Aufgaben mit 5 Kindern sehr gut meistern (das denke ich). Zeit und Liebe sind jedenfalls genug vorhanden und das ist das Wichtigste!

    1. Reply
      livingacatholicfairytale
      28. Mai 2016 at 17:32

      Zeit und Liebe ist auch meiner Meinung nach das Wichtigste was Kinder brauchen. Ich frage mich immer warum das so oft vergessen wird.

    2. Reply
      Maria
      29. Mai 2016 at 12:27

      Das ist ja interessant, darf ich mal fragen, welche Bedingungen an diese staatliche Unterstützung gebunden sind bzw. wann man diese erhält? Mein Mann würde sich gerne beruflich verändern, das würde mit einem deutlichen Lohnverzicht einhergehen, dennoch möchte ich (noch) nicht wieder arbeiten gehen. Die Miete wird dann ordentlich zu Buche stehen? Könntest du mir da Quellen nennen bei denen ich mich informieren könnte?
      Liebe Grüße
      Maria

      1. Reply
        livingacatholicfairytale
        29. Mai 2016 at 12:42

        Ich selber kenne mich da nicht so aus (vielleicht kann dir ja ein anderer Leser besser weiter helfen), aber so weit ich weiß hast du ein Anrecht auf Elternzeit bis dein jüngstes Kind drei jahre alt ist – und wenn ich das nicht ganz falsch verstanden habe kannst du in der Zeit staatliche Unterstützung bekommen.

  3. Reply
    steffiiscooking
    28. Mai 2016 at 21:20

    Ganz toller Beitrag! Ja, das Thema Geld ist oft das Argument. Wobei die Konsumfreudigkeit bei Vielen unbewussterweise sehr groß geschrieben ist. Die Besinnung auf das Wesentliche, auf das Natürliche fehlt. Kinder zu zeugen ist nicht schwer, sie zu erziehen umso mehr. Viele vergessen bei dem Spruch , dass auch sie für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich sind. Kitas sind nicht natürlich. Bleibt daheim (zumindest die ersten drei/vier Jahre) liebe Mamas, diese Zeit kommt nicht wieder. Wo können die Kleinen mehr lernen über das Leben, als bei euch? Wo können sie stärker erwachsen, als mit euch? Ich stehe für das klassische Familienmodell, allerdings nur in Verbindung mit der häuslichen Betreuung und Erziehung der Kinder durch ihre eigene Mama.

    1. Reply
      livingacatholicfairytale
      29. Mai 2016 at 08:09

      Wir verzichten auch freiwillig auf eine ganze Menge Konsum und sind damit sehr glücklich und zufrieden.

  4. Reply
    Vivian
    3. Juni 2016 at 19:05

    Ich finde das ein bisschen schwierig mit dem finanziellen. Mein Freund verdient im Moment nicht sehr viel (es würde gerade so für die Wohnung und vielleicht das Essen für den halben Monat reichen und wir wohnen in einer Platte, also nicht die teuereste Wohnung) und auch wenn ich wieder arbeiten gehe (nur halbtags) werde ich auch nicht so viel verdienen. Zu Hause zu bleiben, ist daher keine Option für uns. Von staatlicher Hilfe wollen wir aber nicht leben, auch nicht teilweise. So lange wir dazu in der Lage sind, möchte ich nicht, wenn es sich vermeiden lässt, anderen zur Last fallen. Ich sehe darin auch eine Vorbildfunktion für mein Kind. Dennoch würde ich natürlich auch gern länger zu Hause bei meinem Kind bleiben, aber da es finanziell nicht geht, ist es wie gesagt keine Option.
    Ich finde es sehr schön, dass ihr es für euch ermöglichen könnt.

    1. Reply
      livingacatholicfairytale
      3. Juni 2016 at 19:28

      Liebe Vivian,

      das ganze Thema rund um die Fragen “Bleibe ich zu Hause und wenn ja, wie lange?” und “Gebe ich meine Kinder in Fremdbetreuung und wenn ja, wohin und wie lange?” sind ein sehr heißes Eisen und das macht die Diskussion darüber leider nicht einfacher. Ganz egal, wie man sich diesen Fragen nähert, löst man ganz schnell einen gewissen Rechtfertigungsdruck aus.
      Ich versuche das immer zu vermeiden, indem ich darauf hinweise, dass es eben Familien in Notlagen mit sehr begrenzten Handlungsalternativen gibt – so wie euch.
      Es tut mir Leid, wenn du das Gefühl hattest dich vor mir rechtfertigen zu müssen. Das musst du nicht. Wenn es für euch keine andere Alternative gibt, dann ist das so. Und ich bin mir sicher, dass ihr dann das Beste daraus macht. So wie du schreibst, hört es sich so an, als ob ihr eine reflektierte Entscheidung für euch getroffen habt – und genau darum geht es mir: Dass Familien reflektierte Entscheidungen für sich treffen und nicht einfach so handeln, “wie man es eben macht” oder “wie es alle machen”.
      Ich wünsche dir und deiner Familie das Beste!

      Mit den besten Segenswünschen
      Ida

  5. Reply
    Kathrin
    5. Juni 2016 at 13:27

    Ich war bei jedem unserer beiden Kinder etwas 15 Monate zu Hause, danach gingen sie in die Krippe bzw. zu einer Tagesmutti. Ich arbeite 75%. Mein Mann 100%. Das haben wir gemeinsam so entschieden. Allerdings klappt das nur, weil wir sehr liebe Unterstützung von den Großeltern haben, die unsere Kinder gerne mit versorgen. Man muss es nur zu lassen und auch ehrlich zu sich selber sein, auch das ist ein Weg. Merken wir, dass die Kita zuviel für die Beiden wird, dann wird ein paar Tage “Urlaub” mit Unterstützung der Großeltern gemacht, entweder ein oder beide Kinder fahren hin, oder die Großeltern kommen zu uns. Im Krankheitsfall bleiben in den Akutphasen mein Mann und ich abwechselnd zu Hause, aufpäppeln machen dann oft die Omis. Wir genießen die Zeit mit unseren Kindern sehr, die Wochenenden sind heilig! Aber auch jeder Nachmittag wird genossen! Dennoch wollten wir beide unsere Berufstätigkeit bei behalten! Und mit einer guten Kita, die für die Kinder da ist und einem guten Verhältnis zu den Großeltern (die jeweils sogar 200km weit weg wohnen) ist dies für uns sogar zum Wohl der Kinder umsetzbar! Ach ja, die kleine Tochter habe ich sogar 25 Monate gestillt. Familienbett gibt’s bei uns auch (auch bei den Großeltern) und in der Kita wird sogar zum Mittagsschlaf einschlafbegleitet und die Kinder dürfen sich super ausprobieren (matschen, Essen selber zubereiten, musizieren in einem wilden Garten spielen). Also, was ich damit sagen wollte, es gibt viele Wege um alle glücklich zu machen!

    1. Reply
      Ida
      5. Juni 2016 at 14:50

      Schön, wenn die Familie so zusammen hält – und die Erziehungsstile auch zusammen passen!

      1. Reply
        Kathrin
        5. Juni 2016 at 21:05

        Naja, klar haben und hatten nicht immer alle die gleichen Ansichten, was die Erziehung betrifft, doch alle lieben die Kinder und handeln zum Wohl dieser. Wir reden auch oft mit unseren Eltern über die Kinder, was ihnen gut tut. Wie es ihnen am besten geht. Da gibt’s für uns mal Anregungen und aber auch Einsichten bei den Großeltern, wenn sie merken, was für die Kinder wirklich wichtig ist. Und was lustig ist, die Kinder essen zum Beispiel bei den jeweiligen Großeltern bestimmte Dinge gerne, die sie bei uns verschmähen…

        1. Reply
          Ida
          6. Juni 2016 at 07:01

          Das Wichtigste ist doch dass es den Kindern gut geht!

  6. Reply
    Kathrin
    5. Juni 2016 at 13:32

    Ach, ehrlicherweise kenne ich aber natürlich das schlechte Gewissen, dass ich je nach Situation den Kindern oder der Arbeit gegenüber habe, wenn der Alltag mal aus dem Ruder läuft (z.B. bei ewigen Infekten oder viel Stress auf Arbeit). Aber es ist händelbar und mit den Großeltern dann wiederum gut tragbar! Aber ohne Großeltern, die so gerne für uns da sind, wäre es schon oft sehr schwer für uns!

  7. […] wird über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie debattiert und gestritten. Auch ich habe mich an dieser Debatte bereits beteiligt. Wir sind es in unserer Generation gewöhnt, alles haben zu wollen – und auch alles zu […]

  8. […] wird über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie debattiert und gestritten. Auch ich habe mich an dieser Debatte bereits beteiligt. Wir sind es in unserer Generation gewöhnt, alles haben zu wollen – und auch alles zu bekommen. […]

  9. Reply
    supersansa
    26. Juni 2016 at 20:32

    Schön, da finde ich mich wieder. Mein 1. Kind musste ich früh fremdbetreuen lassen (ging nicht anders), aber bei Kind 2 bin ich jetzt erst mal 2 Jahre zuhause, und dann sehen wir weiter, was Jahr 3 betrifft. Ich bin da selber sehr gespalten. Wenn ich zuhause sein kann, dann natürlich, weil mein Partner arbeiten “für zwei” geht…da bekomme ich fast ein schlechtes Gewissen, wenn ich noch ein Jahr Elternzeit dranhänge. Andererseits ist es so unbezahlbar, Zeit für das Kind zu haben und nicht den Megastress, den ich bei Kind 1 hatte…ich glaube, die Zeit und Ruhe tun Kind 2 unendlich gut. Und die Kitas sind bei uns dergestalt unterbesetzt, dass die Kita-Erzieherinnen im Bekanntenkreis davon abraten, das Kind dort unterzubringen – Betreuungsschlüssel ist katastrophal.
    Natürlich heißt das Konzept auch, dass Mamas mit längerer Kinderpause massiv Probleme bekommen, wenn es um die Rente geht oder die Ehe auseinandergeht. Ich bin sicherlich naiv, vertraue aber darauf, dass mein Partner und ich das schon hinbekommen – ich würde meinem Kind gerne diese 3 Jahre bis zum Kindergartenbeginn gönnen, ohne dass es in die Kita gehen muss.Und man darf nie vergessen: bis vor ein paar Jahren waren 3 Jahre beim Kind normal – jetzt hat die Ideologie soweit gegriffen, dass es ganz seltsam klingt, wenn man sagt, dass man nach 1 Jahr Elternzeit nicht wieder arbeiten geht. Man darf nie vergessen, dass es eine politische Zielsetzung ist, die Frauen möglichst bald wieder im Arbeitsprozess zu haben – mit Überlegungen zum Kindeswohl hat das genau NULL zu tun. Und das ist eine ziemliche Schande.

    1. Reply
      Ida
      27. Juni 2016 at 09:32

      Ich gebe dir mit deinen Überlegungen recht und finde deine Argumentation ganz spannend: All die Dinge, die dir durch den Kopf gehen (dein Mann muss allein für euch aufkommen, was ist später mit der Rente, wie sieht deine berufliche Zukunft aus, die Gesellschaft reagiert so komisch), gehen vermutlich den meisten Müttern durch den Kopf, wenn sie vor der Elternzeit-Entscheidung stehen.
      Das Traurige ist aber, dass all diese Gedanken mit dem Kind, um das es ja eigentlich primär geht, gar nichts zu tun haben (das erwähnst du ja auch). Ich finde es toll, dass du trotz aller Bedenken, das Wohl deines Kindes an erster Stelle im Blick behälst!

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