Warum ich kein Erfolgsrezept habe

Kennst du das? Wenn du eine Idee oder ein Projekt hast, dann suchst du dir Informationen und Tipps zusammen. Du überlegst dir, wie du deine Idee verwirklichen kannst. Du lässt dich davon inspirieren, wie andere ähnliche Ideen umgesetzt haben. Wir suchen in diesen Phasen oft nach Erfolgsgeheimnissen oder Erfolgsrezepten.

Ich habe kein Erfolgsrezept

Und ich möchte auch gar keins haben. Denn ich frage mich immer wieder was eigentlich Erfolg ist und ob ich das wirklich brauche. Ich blogge, ich schreibe an meinem zweiten Buch, ich beginne bald in der Familienbildung zu arbeiten. Und ich bin Mutter – Vollzeit-Mutter.

Erfolg Konkurrenzkampf Mütter Vollzeit-Mutter berufstätig

Auch wenn ich mich in ein paar Wochen wieder „berufstätig“ nennen kann (oder darf?) bin ich trotzdem Vollzeit-Mutter. Denn ich werde nur sehr wenige Stunden in der Woche arbeiten. Und auch das Schreiben nimmt bei mir bisher nur wenige Stunden in Anspruch. Was ich manchmal schade finde, aber die Zeit mit meinen Kindern ist mir noch wichtiger als das Schreiben.

Was heißt in diesem Zusammenhang Erfolg?

Erfolgreich bloggen heißt vermutlich vor allem viele Leser zu erreichen. Dasselbe gilt für Autoren. Im letzten Monat habe ich mit meinen Blog-Beiträgen etwa 6000 Leser erreicht – manche Blogger erreichen täglich 6000 Leser. Und mehr. Bin ich dann erfolgreich? Oder eher nicht?

Und bemisst sich Erfolg wirklich in Zahlen? Und hieße das dann, dass ich mich darum bemühen muss möglichst viele Leser zu erreichen und meine Zahlen zu „verbessern“? Oder bin ich dann erfolgreich, wenn ich meinen Lesern weiter helfen kann in ihrem Alltag, wenn ich sie inspirieren und ermutigen, bestärken kann?

Erfolg lässt sich nicht messen

Das ist zumindest meine Meinung. Denn ganz ehrlich: Wie würdest du den „Erfolg“ einer Mutter messen – und zwar ganz egal ob sie berufstätig oder mit ihren Kindern zu Hause ist? Was ist überhaupt eine „erfolgreiche“ Mutter und muss eine Mutter überhaupt erfolgreich sein?

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Manchmal wirkt es auf mich so, als ob viele Mütter gern erfolgreich wären. Als Mütter. Der Konkurrenzkampf unter Müttern kann unglaublich kräftezehrend sein – Kita ja oder nein? In welchem Alter? Halbtags, ganztags oder dreivierteltags? BLW oder Brei? Selbstgekocht oder Gläschen? Kinderwagen oder Tragetuch oder Kinderwagen und Tragetuch? Geschenke selber machen oder kaufen? Stillen oder Fläschchen? Wie lange stillen?

Und über all diese Fragen können wahre Glaubenskriege entbrennen

Austausch ist das nicht – eher der Kampf um eine Art „So-geht-es-richtig“-Monopol. Und Konkurrenz entsteht doch eigentlich nur da, wo nach Erfolg gestrebt wird, oder? Ich finde das schade. Denn ich finde, dass wir als Mütter nicht erfolgreich sein müssen.

Ich bin nicht Mutter geworden, um meinen „Job“ möglichst erfolgreich zu machen. Um „besser“ zu sein als andere Mütter. Ich bin Mutter, weil das die so ziemlich sinnvollste Aufgabe ist, die es auf dieser Welt gibt. Als Mütter prägen wir eine neue Generation. Als Mütter wachsen wir über uns selbst hinaus, wir reifen, wir lernen uns ganz neu kennen. Und wir lernen jeden Tag von den besten Lehrmeistern, die es gibt: Unseren Kindern. Wir schaffen Zukunft.

Wir brauchen kein Erfolgsrezept

Unsere Kinder sind keine Projekte, die wir erfolgreich managen müssen. Wir müssen nicht besser sein. Und manchmal dürfen wir sogar so richtig miserabel sein.

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Und das gilt nicht nur für’s Mutter-Sein. Mir persönlich ist in erster Linie wichtig, dass das, was ich tue, sinnvoll ist. Nicht ob es viele Menschen erreicht, viel Geld bringt, viel Ruhm und Ehre. Ich freue mich über jeden Leser, über jede Rückmeldung (auch und gerade kritische!) – aber ich werde nicht um neue Leser buhlen. Denn dann verliert mein Blog und seine Aussage seinen Sinn.

Sinnhaftigkeit statt Erfolgsstreben

Ist das zu idealistisch? Vielleicht. Ich bin wohl eine idealistische, christliche Träumerin. Aber ich werde mich hüten das jemals aufzugeben. Gerade wenn da draußen zwischen Müttern und zwischen Eltern-Bloggern mal wieder ein Konkurrenzkampf tobt, wenn jeder besser sein will als der andere – und wenn manche Blogger Inhalte klauen und kopieren und mit einigen Artikeln ganz gewaltig ihre Kompetenzen überschreiten. Um mehr Klicks zu erhalten. Um ganz schnell ganz viel Geld zu verdienen. Um „erfolgreich“ zu sein. Gerade dann werde ich meinen naiven, christlichen Traum nicht aufgeben.

Wie denkst du darüber?

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1 Comment

  1. […] Leider nicht. Wobei: Warum eigentlich leider? Meine Büro-Zeit hat sich einfach verändert. So wie sich das Leben eben verändert. Jeden Tag. Und gerade seit ich Mutter bin ist mir bewusst geworden, wie sehr sich mein Alltag jeden Tag immer ein bisschen mehr verändert. Das ist eben Entwicklung. […]

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