Warum dein Kind keine perfekten Eltern braucht

Es gibt diese Momente – diese Momente, in denen ich so unendlich genervt bin von meinen Kindern. Weil sie sich die ganze Zeit streiten. Weil sie ununterbrochen etwas von mir einfordern, obwohl ich gerade so beschäftigt bin. Und manchmal auch weil sie einfach nicht kooperieren.

Ich finde das blöd von mir

Denn es ist blöd. Aber es gehört halt auch dazu. Ich bin eben nicht perfekt – genauso wenig wie sonst irgendjemand auf dieser Welt. Und das muss ich auch nicht sein. Und du auch nicht. Entscheidend ist nämlich nicht alles richtig zu machen, sondern aus seinen Fehlern zu lernen. Sich jeden Tag aufs Neue zu bemühen und es jeden Tag ein bisschen besser zu machen.

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Und auch irgendetwas zu tun, was nicht so toll ist. Ich glaube, es ist wichtig die Balance zu finden irgendwo zwischen „Ich möchte alles richtig machen“ und „Ich gebe auf, ich mache ja doch immer wieder Fehler“.

Unsere Kinder lernen von uns – in jeder Sekunde ihres Lebens

Und nein, damit möchte ich dich nicht unter Druck setzen. Im Gegenteil. Sie lernen von uns nämlich auch, dass manchmal eben nicht alles toll läuft. Manchmal ist eben alles doof. Und sie lernen von uns, wie man damit umgehen kann. Mit Misserfolgen, mit den eigenen Schwächen, mit den Schwächen der anderen.

Sie lernen, dass es nicht das Ende der Welt ist, wenn wir mal scheitern. Oder wenn andere scheitern. Es fühlt sich doof an, aber danach geht es dann weiter. Und sie lernen von uns, dass man sich für seine Fehler entschuldigen kann. Wenn wir das denn tun.

Sich bei seinen Kindern entschuldigen

Kinder lernen den Sinn einer Entschuldigung nicht, indem wir sie ihnen einbläuen oder Entschuldigungen von ihnen einfordern. Sie lernen was „Entschuldigung!“ bedeutet, wenn wir uns bei ihnen entschuldigen. Wenn wir ihnen sagen „Es tut mir Leid, das war richtig doof!“

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Und sie lernen verzeihen von uns, wenn sie sehen, dass wir ihnen verzeihen und uns gegenseitig. Und auch uns selbst. Sie lernen Großzügigkeit und Mitgefühl, Humor und Nachsichtigkeit, Geduld und so viel mehr von uns. WEIL wir nicht perfekt sind!

Aber alle anderen machen alles besser?

Nö. Machen sie nicht. Vielleicht machen manche manche Dinge besser als du. Oder ich. Dafür machen wir andere Sachen besser als sie. Es geht auch gar nicht darum besser als jemand anderes zu sein – Elternschaft ist doch schließlich kein Wettbewerb. Es geht darum sein Bestes zu geben – und sich selbst zu verzeihen, wenn das Beste an manchen Tagen eben gerade so gut genug ist.

Auf manchen Eltern-Blogs mag man den Eindruck gewinnen, dass es Eltern gibt, die tatsächlich auf alles eine Antwort haben. Die ganz genau wissen, wie es richtig geht. Die es irgendwie schaffen, mit ihren Texten ständig einen Finger in unsere Wunden zu legen. Die uns ständig vor Augen führen können, dass wir eigentlich alles falsch machen.

Mich macht so etwas misstrauisch

Ich kann dir nicht sagen, wie du richtig mit deinen Kindern umgehst. Ich habe nicht auf jede deiner Fragen eine Antwort. Ich habe selbst so viele Fragen. Und ich glaube auch nicht, dass es einen einzigen super-schmalen Pfad gibt, den wir als Eltern beschreiben müssen, weil sonst alles für die Katz ist.

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Und ich glaube vor allem nicht, dass es der Sinn eines Eltern-Blogs sein sollte, Eltern dieses Gefühl zu geben. Im Gegenteil. Ich möchte euch hier ermutigen und bestärken. Auch wenn du immer wieder das Gefühl hast zu scheitern – mir geht es ganz genau so. Und aus meinem christlichen Glauben, gibt es sogar noch eine ganz andere Sicht auf diese Fragen.

Und die ist sehr tröstlich.

Kennst du die Geschichte vom verlorenen Sohn, die in Lukas 15, 11-32 erzählt wird? Jesus erzählt uns in dieser Geschichte, wie sehr sich der Vater freut, als sein Sohn zu ihm zurückkehrt. Er macht ihm keinerlei Vorwürfe, er fordert ihm keinerlei Entschuldigung ab – ganz im Gegenteil: Er läuft auf ihn zu und organisiert ein großes Fest für ihn.

Gott weiß, dass wir immer wieder scheitern. Aber er ist gnädig, weil er uns liebt. Er geht auf uns zu, jeden Tag aufs Neue. Er hält uns seine Hand entgegen, er tröstet uns, wenn wir schon wieder den gleichen Fehler gemacht haben. Und er gibt uns jeden Tag aufs Neue die Chance, es noch einmal zu versuchen. Wir müssen gar nicht aus eigener Kraft gute Eltern sein – Gott geht auf uns zu. Er hilft uns, er gibt uns die Kraft, die wir brauchen.

In diesem Sinne – lass dich nicht entmutigen! Schon gar nicht von anderen Eltern, die meinen ganz genau zu wissen, wie du mit deinen Kindern umgehen musst.

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1 Comment

  1. Reply
    Antschana
    15. Februar 2017 at 07:31

    Danke für diesen Text, liebe Ida!
    Dass unsre Kinder an dem lernen, was wir ihnen vorleben, wusste ich natürlich 😉 Aber ich musste es grade jetzt wieder hören, wo ich mir überlege, wie ich meinem Kind etwas am besten beibringen kann… Vorleben. Eben dass manchmal alles doof ist, ich aber trotzdem weitermachen kann und es wieder besser wird…
    Danke für deine Ermutigung!

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