Reizwort Homeschooling

Immer mal wieder taucht in öffentlichen Diskussionen das Reizwort „Homeschooling“ auf – oft im Zusammenhang mit sehr religiösen Familien oder Familien, die viel (oder z.T. auch nur) auf Reisen sind. Die Berichterstattung zum Thema ist häufig sehr negativ, teilweise sogar richtiggehend reißerisch.

Dabei ist das Konzept Homeschooling in Deutschland nicht nur verboten, es ist weitgehend unbekannt.

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Der Begriff Homeschooling kommt aus dem Englischen und könnte mit „Heimschule“ übersetzt werden, also der Schule zu Hause im Gegensatz zur öffentlichen Schule. In den meisten Ländern der Welt – auch in den meisten Industrieländern – ist Homeschooling unter bestimmten Bedingungen erlaubt und unterliegt ähnlich wie das öffentliche Schulwesen der staatlichen Kontrolle. Besonders in den USA und Australien aber auch in Österreich, England, Frankreich und anderen europäischen Ländern wird Homeschooling zunehmend populärer.

Der Unterricht wird meist durch die Eltern erteilt – vor allem durch die Mutter. Einige Familien werden aber auch von Lehrern unterstützt oder haben sich mit anderen Homeschool-Familien zusammengeschlossen. Zur Unterstützung der Homeschool-Familien gibt es etliche Curricula, an denen sie sich orientieren können.

In den USA, aber auch in Europa, wird Homeschooling oft – aber bei weitem nicht nicht nur – aus religiösen Gründen als Bildungsweg gewählt. Viele sehr religiöse Familien befürchten einen negativen Einfluss durch andere Schüler, Lehrer und den Lehrstoff der öffentlichen Schule an sich und möchten ihre Kinder davor schützen. Andere Familien möchten ihre Kinder vor allem vor negativen Erfahrungen wie Mobbing, Gewalt und Gruppenzwang bewahren. Eine wachsende Gruppe von Eltern wünscht sich einen freiheitlicheren Bildungsweg für ihre Kinder als ihn die öffentliche Schule bieten kann.

An genau diesem Punkt gibt es innerhalb der Homeschool-Szene große Unterschiede: Klassische Homeschooler, die ihre Kinder bspw. aus religiösen Gründen zu Hause unterrichten, wählen meist eine Unterrichts- und Lernform, die der Schule gar nicht so unähnlich ist. Sogenannte Unschooler dagegen verzichten weitgehend auf derartige Strukturen und vertrauen auf den Lernwillen ihrer Kinder. Unschooler versuchen einen hochgradig individualisierten und freiheitlichen Ansatz für ihre Kinder zu finden, der mehr oder minder ausschließlich aus deren intrinsischer Motivation gespeist wird.

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