So habe ich mich mit Kind verändert – zur Blogparade von 2KindChaos

So richtig konnte ich mir nicht vorstellen, wie es sein würde Kinder zu haben, bevor ich Mutter wurde. Oder wie ich sein würde. Ich ahnte, dass ich anders sein würde als ohne Kinder, aber wie, das stand erstmal in den Sternen. Und dann wurde ich Mutter. Und veränderte mich.

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So geht es wohl den meisten Eltern und genau aus diesem Grund hatte Frida von 2KindChaos die Idee zu dieser Blogreihe. Und die finde ich ziemlich gut.

Und was hat sich jetzt verändert?

In meinem ersten Geburtsvorbereitungskurs sagte unsere Hebamme einen Satz, den ich wohl nie vergessen werde: „Mit jedem Kind und mit jeder Geburt (mit der ihr glücklich seid) werdet ihr selbstbewusster werden.“ Cool, dachte ich damals. Und dann kam mein erstes Kind. Und sehr viele „gute“ Ratschläge. Sehr viele. SEHR viele. Mir schlug das Herz bis zum Hals, aber es gelang mir tatsächlich nein zu sagen.

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Nein sagen, sich abgrenzen – das wird oft als unhöflich oder sogar undankbar abgestempelt. Und das macht es dann auch wirklich nicht leichter. Aber es ging eben auf einmal nicht mehr nur um mich oder uns als Ehepaar, sondern um unser Kind. Und dann unsere Kinder.

Und unsere Hebamme behielt Recht.

Denn nach der Geburt unseres zweiten Kindes schlug mir beim Nein sagen das Herz schon nicht mehr bis zum Hals. Ich sagte einfach nein. Ich grenzte mich bzw. uns einfach ab. Ich ließ mich auf keine Diskussionen mehr ein über Stillen, Tragen, Familienbett, Stoffwindeln, Beikost, Kita – das Übliche. Ihr kennt das sicher. Ich war auf einmal eine erfahrene Mutter. Und was andere dachten war gar nicht mehr so wichtig.

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Ich ärgerte mich nicht mehr über die hochgezogenen Augenbrauen, das Gemurmel, die spitzen Kommentare. Ich wurde gelassener. Denn das hätte unsere Hebamme vielleicht noch ergänzen können: „Mit jedem Kind werdet ihr nicht nur selbstbewusster, ihr werdet auch gelassener.“

Selbstbewusstsein und Gelassenheit – eine ziemlich coole Kombination

Zumindest sehr hilfreich beim Elternsein. Und natürlich nicht absolut, denn natürlich verunsichert es mich, wenn mein Kind im Garten eine unbekannte Beere aufsammelt, ohne Hand an der Straße entlang läuft oder anders krabbelt als andere Kinder.

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Und natürlich bin ich nicht gelassen, wenn eins unserer Kinder das andere auf der Treppe schubst, mit 40° Fieber im Bett liegt oder gedankenverloren mit einer großen Schere und meinem Lieblingsrock in einer ruhigen Ecke unseres Hauses sitzt.

Und eines hat sich bestätigt, was ich schon lange bevor ich Kinder hatte geglaubt habe…

Meine Mutter sagt, dass die eigenen Kinder die Menschen sind, von denen man im Leben das allermeiste lernt. Und sie hat recht. Ich lerne jeden Tag neu welche Schätze man bei einem Waldspaziergang finden kann, wie schön all die kleinen Dinge im Leben sind, wie sehr man sich an dem erfreuen kann, woran wir so oft vorbei hetzen. Und ich lerne all meine Schwächen kennen. Aber auch meine Stärken. Stärken, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie habe.

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Von meinen Kindern lerne ich, dass ich ganz OK so bin wie ich bin. Und dasselbe lernen sie von mir. Jeden Tag aufs Neue. Und ich möchte keinen dieser Tage missen, ganz gleich wie viele Rotznasen ich putzen, wie viele nasse Hosen oder Windeln ich wechseln und wie Zwistigkeiten ich schlichten muss.

Wie habt ihr euch durch und mit euren Kindern verändert? Und was habt ihr von euren Kindern gelernt?

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