Medizinische Versorgung – Anstiftung zum Nachdenken

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In den letzten Monaten ist so viel geschehen. Dinge sind passiert, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie erleben würde. Fragen wurden relevant, über die ich noch nie wirklich nachgedacht hatte. Zum ersten Mal wurde mir bewusst, was für ein Segen es ist, medizinisch gut versorgt zu sein. Irgendwie ist diese Frage nie wirklich relevant für mich gewesen – bis bei mir ein Tumor diagnostiziert wurde.

Aufgefangen vom Gesundheitssystem

Nach der Diagnose hätte ich ins Bodenlose fallen können, aber ich wurde aufgefangen. Aufgefangen von einem Netz aus Familie und Freunden – und von unserem Gesundheitssystem. Auf einmal wurde ich von Arzt zu Arzt geschickt, Untersuchungen wurden durchgeführt, ich hörte Empfehlungen und Ratschläge. Und immer wieder Ermutigungen.

Meine Krankheit hat uns nicht arm gemacht. Weil wir das Glück haben, in einem reichen Land geboren zu sein. Wir sind umgeben von Wohlstand, Sicherheit und einem Gesundheitssystem, dass uns versorgt, wenn wir krank werden.

Keine Selbstverständlichkeit

Noch zu Lebzeiten meiner Urgroßeltern wäre das keine Selbstverständlichkeit gewesen. Und auch in unserer heutigen Zeit ist eine gute medizinische Versorgung für viele Menschen unerreichbar.

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Wie wäre mein Leben weiter verlaufen – und vor allem das meiner Kinder – wenn ich einige tausend Kilometer südlicher, östlicher oder südwestlicher geboren worden wäre? Diese Frage hat mich während meiner Krankheit beschäftigt und sie lässt mich bis heute nicht mehr los.

Dem Schicksal ausgeliefert

Während ich ganz selbstverständlich von vielen verschiedenen Ärzten untersucht, beraten und begleitet wurde, müssen viele Menschen in anderen Teilen der Welt mit ähnlich ernsten oder auch viel ernsteren Erkrankungen ganz allein fertig werden. Weil die medizinische Versorgung fehlt oder für sie aus verschiedenen Gründen unerreichbar ist.

Sie stehen allein da mit ihrer Krankheit, mit Schmerzen und Schwäche. Sie sind allein, wenn ihre Kraft irgendwann nicht mehr ausreicht, um für ihre Kinder zu sorgen. Wer mit einer ernsten Erkrankung keine medizinische Versorgung erhält, muss sich irgendwann mit der Frage auseinander setzen, wie es mit den eigenen Kindern weiter geht, wenn die Eltern sterben.

Schmerzlicher als der Tod

Das ist die Frage, die mir während meiner Krankheit am meisten Angst gemacht hat. Was wird aus meinen Kindern, wenn die Krankheit stärker sein sollte als ich?

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Was wird aus den Kindern der Eltern, denen medizinisch nicht geholfen werden kann? Und was kann ich für sie tun? Und für ihre Eltern?

Manchmal ist Hilfe ganz einfach

Es gibt weltweit eine ganze Reihe großartiger Projekte, die sich für die medizinische Versorgung von Menschen einsetzen, die sonst keinen Zugang zu ihr haben. Eines dieser Projekte ist mir ganz besonders ans Herz gewachsen: Das Attat Hospital in Äthiopien.

Das Attat Hospital ist nicht einfach nur ein Krankenhaus, in dem jedes Jahr viele Menschen stationär und ambulant behandelt werden können, die sonst keinen Zugang zu medizinischer Versorgung hätten – es unterhält auch eine ganze Reihe sogenannter Gesundheitsstationen, die über das Land verteilt sind.

Erste Hilfe, Gesundheitsaufklärung und Trinkwasser

Die Gesundheitsstationen setzen sich auf den Dörfern nicht nur für eine medizinische Basisversorgung ein, sondern klären auch auf über gesundheitliche Fragen, Krankheitsprävention und sie organisieren Trinkwasserprogramme und mobile Pflegedienste.

Mit diesen Maßnahmen ist es den Mitarbeitern der Gesundheitsstationen unter anderem gelungen, die Kindersterblichkeit der Region drastisch zu senken: Sie beträgt nur noch ein Vierzigstel der Kindersterblichkeit ins ganz Äthiopien.

Ihr könnt das Attat Hospital über Misereor unterstützen – dafür sind nicht einmal riesige Spendensummen notwendig: Schon mit 8€ habt ihr die stationäre Behandlung eines einzelnen Patienten finanziert! Und damit vielleicht nicht nur für seine, sondern vor allem für die Zukunft seiner Kinder gesorgt.

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