„Leben wie in Bullerbü“? Ein Interview mit Nora Imlau

Für meine Interview-Reihe „Leben wie in Bullerbü“ spreche ich mit anderen Bloggern, aber auch mit meinen Lesern darüber, was sie mit Bullerbü verbinden und was das für sie in ihrem Alltag bedeutet.

Diesmal habe ich mich mit Nora Imlau über ihr Bullerbü unterhalten. Nora ist eine großartige Autorin und hat unter anderem Bücher über verschiedene Themen des Attachment Parenting geschrieben. Ihr neuestes Buch „Mein kompetentes Baby“ ist im Kösel-Verlag erschienen.  Nora schreibt außerdem für die Zeitschriften „Eltern“ und „chrismon“ und sie ist Mutter von drei Kindern. Und ich freue mich ganz besonders, dass Nora mir dieses Interview gegeben hat, denn schließlich ist sie es, die mich auf die Idee für diese Interview-Reihe gebracht hat.

 

Was heißt für dich „Leben wie in Bullerbü“?

Für mich bedeutet dieser Satz zweierlei:

Einerseits verbinde ich mit Bullerbü ganz, ganz positive Assoziationen: Ich habe die Geschichten als Kind geliebt, und liebe es heute noch sie meinen Kindern vorzulesen. Bullerbü steht für mich also für eine gewisse Kindheitsnostalgie, ein romantisches Schwelgen in Erinnerungen.

Auf der anderen Seite sehe ich auch, dass Leben wie in Bullerbü heute für viele junge Eltern -ich nehme uns selbst da nicht aus – ein extrem hehres Ideal darstellt, was für eine Kindheit wir unseren Kindern schenken wollen: frei und wild und wunderschön.

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In unserer modernen Welt diesem unerreichbaren Ziel einer Kindheit wie im Astrid-Lindgren-Buch nachzufragen, kann jedoch auch extrem stressig und unbefriedigend sein- schließlich wachsen unsere Kinder nun mal im Normalfall nicht in einem Bullerbü-Idyll mit Zimtschnecken backenden Müttern und den endlosen Spielmöglichkeiten eines Drei-Höfe-Dorfs auf, sondern mit berufstätigen Eltern, Krippen und Kindergärten, modernen Medien und viel Verkehr. Insofern muss ich durchaus selbstkritisch feststellen, dass wir Eltern, die unseren Kindern mit Vorliebe schwedische Vornamen geben und von einer Bullerbü-Kindheit für sie träumen, uns damit oft selbst das Leben ganz schön schwer machen: Wir streben nach einem schier unerreichbaren Standard glücklicher Kindertage, kämpfen dabei mit den Anforderungen der modernen Welt, die oft so gar nicht zu diesem kuscheligen Bild zu passen scheinen, und sehnen uns nach der heilen Welt einer lang vergangenen Zeit, die es auch damals so für die allermeisten Kinder gar nicht gab.

Was bedeutet Bullerbü für dich in deinem Alltag?

Zu versuchen, unser Leben immer wieder aus der Perspektive unserer Kinder zu sehen und mich zu fragen, wie ich unseren Familienalltag so gestalten kann dass möglichst viele lustige, spannende, verbindende, magische oder mutige Begebenheiten darin passieren können und ihren Platz haben.

Spielt Bullerbü in deinem Alltag eine Rolle?

Ja. Bullerbü erinnert mich daran, wie wenig Kinder Dinge brauchen und wie kostbar für sie Zeit und Raum zum Spielen in der Natur sowie jede Menge Spielkameraden und freundliche, unterstützende Erwachsene im Hintergrund sind. Darüber hinaus ist Bullerbü bei uns vor allem beim Thema Essen präsent: in Form von schwedischen Zimtwecken, Fleischklößchen, heißen Waffeln, Himbeersirup und anderen Leckereien.

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Was lernst du von Bullerbü?

Dass wir unsere Kinder oft unterschätzen. Britta, Inga und die anderen Kinder aus Bullerbü bekommen so viel Verantwortung übertragen und wachsen daran unglaublich, ohne dass die Erwachsenen sie je überfordern würden. ‚Was?‘, sagen meine Töchter dann, ‚Britta und Inga dürfen ganz alleine einkaufen gehen? Das wollen wir auch mal machen!‘ In solchen Momenten erinnert mich Bullerbü daran, dass meine eigenen Ängste kein Grund sein dürfen meinen Kindern solche wichtigen Schritte in Richtung Selbstständigkeit zu verwehren.

Was brauchst du für ein bisschen Bullerbü in deinem Alltag?

Ein Garten ist gut, und sei er noch so klein. Wir haben in unserem beispielsweise diesen Sommer ein Hochbeet gebaut in dem unsere Kinder nun Tomaten und Erdbeeren ziehen können und so ihr eigenes kleines Beet haben wie die Kinder von Bullerbü auch. Es macht so viel Spaß ihnen beim Gärtnern zuzusehen und den Stolz mitzuerleben mit dem sie ihre eigene Ernte einfahren. Ein bisschen Bullerbü, denke ich in solchen Momenten, ist auch in einer Reihenhaussiedlung mitten in der Großstadt im Jahr 2016 möglich – wie schön!

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Was bedeutet für dich „Leben wie in Bullerbü“? Schreib mir gern, wenn du magst. Ich bekomme immer wieder E-Mails von euch, in denen ihr mir von eurem Bullerbü erzählt. Darüber freue ich mich sehr. Ich veröffentliche aber auch gerne ein Interview mit dir, wenn du magst.

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1 Comment

  1. Reply
    Hallo 2017! - A Bullerbü Life
    2. Januar 2017 at 23:20

    […] letzten Jahr habe ich mich zum ersten Mal an einer Interview-Reihe versucht. So ganz überwältigend war die Resonanz nicht – deswegen bin ich dabei meine Ideen […]

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