Impuls am Montag im Oktober 2015

“Dass wir wieder werden wie die Kinder, ist eine unerfüllbare Forderung. Aber wir können zu verhüten suchen, dass die Kinder werden wie wir.”

~ Erich Kästner (1899-1974)

Erich Kästner wird mit diesem Ausspruch nicht nur viele Eltern, sondern generell viele Menschen, seiner Zeit verunsichert haben. Nach wie vor ist es in weiten Kreisen unserer Gesellschaft für Eltern höchst schmeichelhaft zu hören, ihr Kind sei genau wie sie. Einige Eltern-Kind-Beziehungen leiden gar darunter, dass die Kinder so anders sind als ihre Eltern. Und was spricht auch dagegen, wenn Kinder ihren Eltern nacheifern?

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Wenn wir versuchen ganz ehrlich und schonungslos auf uns und unser Leben zu blicken, dann wird aber vermutlich der eine oder andere von uns doch eher Kästner zustimmen. Wie sind wir denn eigentlich? Und wie waren wir früher und wie wollten wir sein? Was ist davon übrig?

Viele Jugendliche und oft auch schon Kinder sind von großen Idealen erfüllt, nach denen sie streben möchten. Je älter wir werden, desto mehr neigen wir dazu “realistisch” zu sein – weniger “träumerisch”. Vielleicht belächeln wir sogar den Eifer der Jugend und geben ähnlich weise Sätze von uns wie “Da wirst du auch noch hin kommen!”. Wir selbst haben diese Sätze als Ohrfeigen erlebt – und das sind sie auch.

Warum drehen wir den Spieß denn nicht einfach um, so wie Kästner es getan hat? Lebenserfahrungen, Enttäuschungen, Verletzungen können uns helfen unsere Naivität zu überwinden, unseren Idealismus müssen sie uns nicht nehmen. Lassen wir uns von der Jugend wieder anstecken, seien wir idealistisch! Wie wunderbar wäre eine Welt, in der die Generationen gemeinsam eintreten für Ideale und Werte, wo sie bereit sind voneinander zu lernen und einander als das zu respektieren, was sie sind.

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