Impuls am Montag im August 2015

Weshalb Sex heilig ist? Weil das menschliche Leben ein Geschenk ist und eine Würde besitzt. Und weil das Leben jedes Menschen damit begann, dass ein Mann und eine Frau sich einander schenkten.

~ Dr. Johannes Hartl

Das Gedankengut, das Johannes Hartl in diesem Zitat mit uns teilt, ist einem Großteil der Gesellschaft fremd geworden. Hartl spricht aus christlicher Perspektive, genauer: aus katholischer, noch genauer: aus katholisch-charismatischer Perspektive.

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Im Allgemeinen ist die Einstellung verbreitet, die Kirche möge sich doch bitte aus den Privatangelegenheiten der Menschen heraushalten. Denn das sei doch schließlich privat und ginge die Kirche gar nichts an. Und dann noch so etwas superpersönliches wie die eigene Sexualität! Ungeheuerlich, wenn da die Kirche mit moralischen Vorstellungen daher kommt.

Das ist leib- und lustfeindlich! Wo kommen wir denn da hin!!

Szenenwechsel: Wir diskutieren viele aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen miteinander. Es geht um die persönliche Lebensgestaltung: Werte wie Familie, Kindererziehung, Ehe oder eben nicht Ehe, Erwerbsarbeit, familiäre Bindungen, etc. Das sind aktuelle und wichtige Fragestellungen, die vermutlich die meisten von uns in irgendeiner Weise betreffen und die wir schon in irgendeiner Weise diskutiert haben.

Sind das auf der anderen Seite denn nicht auch Privatangelegenheiten? Ist das nicht auf der anderen Seite auch superpersönlich?

Nein, eine kirchliche Meinung zu diesen Themen wollen die meisten von uns nicht hören. Aber wenn der Staat an diesen Stellen eingreift, dann ist das für die meisten schon irgendwie OK.

Warum eigentlich?

Was für Interessen vertritt denn der Staat und welche die Kirche? Und aus welchen Gründen argumentieren beide so wie sie eben argumentieren? Und welche Konsequenzen habe ich zu befürchten, wenn ich anders handle als vorgeschlagen oder erwünscht?

Kommen wir zum Ausgangszitat zurück. Die Kirche vertritt die Ansicht, dass Sexualität nur in einem bestimmten und geeigneten Rahmen stattfinden sollte – in der Ehe. Und zwar einerseits, weil das so in der Bibel steht, andererseits aber auch, weil sie sich um die seelische Gesundheit des Einzelnen sorgt und eben der Ansicht ist, dass der Einzelne eine verbindliche, sichere und vertraute Bindung braucht zu dem Menschen, mit dem er seine Sexualität teilt. Und die Voraussetzungen sind in der Form nur in der Ehe gegeben. Die Kirche vertritt außerdem eine kritische Haltung gegenüber Verhütungsmitteln, da sie befürchtet, dass die Sexualität durch diese zum Konsumgut degradiert und der Sexualpartner zum Objekt deklassiert wird.

Habe ich Konsequenzen zu befürchten, wenn ich mich nicht an diese Vorstellungen halte? Nö. Die Kirche spricht zwar diese Empfehlungen aus, aber ausgestoßen wird niemand, der dem Zeitgeist folgt und sich nicht um die kirchlichen Lehren schert.

Wenn ich dagegen staatlichen Empfehlungen zuwider handle, habe ich durchaus mit Sanktionen zu rechnen…

Vielleicht wäre es gut, wenn wir diesen Gedanken in unsere Gedanken mit einbeziehen: Zuallererst die Frage, warum die jeweilige Institution das empfiehlt, was sie eben empfiehlt. Und dann die Frage, was mit mir geschieht, wenn ich anders handle als empfohlen. Vielleicht können diese beiden Fragen einiges in ganz anderem Licht erscheinen lassen…

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