Hoffnung und Licht. Advent

Der Advent ist für uns jedes Jahr eine besondere Zeit – voller Vorfreude, voller liebgewonnener Rituale, voller Licht. Seit wir Kinder haben, ist diese Zeit für uns noch besonderer. Aber keine Adventszeit war für uns jemals so besonders wie in diesem Jahr.

Schatten, Hoffnung und ganz viel Licht

Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns und vielleicht kommen wir jetzt gerade das erste Mal dazu aufzuatmen. Noch vor einem Jahr hat niemand von uns geahnt, was vor uns liegen würde. Wir wussten nicht, dass wir diese Adventszeit zu fünft erleben würden. Dass wir um ein Kind reicher sein würden.

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Aber wir wussten auch noch nichts von meiner Krankheit. Und dass ich von ihr geheilt werden würde.

Freud und Leid

Ganz selbstverständlich haben wir bei unserer Hochzeit die Worte gesprochen, die alle katholischen Brautpaare bei ihrer kirchlichen Trauung sprechen:

[…] vor Gottes Angesicht nehme ich dich an als meine Frau. Ich verspreche dir die Treue in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod uns scheidet. […]

Ganz selbstverständlich sind wir davon ausgegangen, dass das Thema Krankheit erst in ferner Zukunft eine Rolle in unserem Leben spielen würde. Aber im Leben kommt eben vieles anders als gedacht. Oft ist das schmerzhaft, immer hinterlässt es Spuren.

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Aber in diesem vergangenen Jahr haben wir festgestellt, wie stark unser Eheversprechen wirklich ist. Dass es uns trägt durch gute und böse Tage. Durch Gesundheit und Krankheit. Denn ein Eheversprechen ist eben keine romantisch dahin gehauchte, auswendig gelernte Formel sondern, ja, ein Versprechen. Eine Zusage. Vielleicht sogar zeitweise eine Bürde.

Stärker als der Tumor

Unser jüngstes Kind und ich waren stärker als der Tumor. Wir haben gemeinsam trotz Schwangerschaft die Tumor-Behandlung überstanden. Und wir hatten großartige Menschen an unserer Seite – Familie, Freunde, Ärzte, Hebammen. Sie haben uns bestärkt und unterstützt.

Und deshalb können wir alle zusammen diese Adventszeit erleben.

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Hoffnung…

Kurz nach meiner Tumor-Diagnose nahm ich meine Bibel zur Hand und stieß auf folgendes Zitat, das mich durch Krankheit und Heilungsprozess hindurch begleitet hat:

So viel bist du mir wert, dass ich Menschen und ganze Völker aufgebe, um dein Leben zu bewahren. Diesen hohen Preis bezahle ich, weil ich dich liebe.
Habt keine Angst, denn ich, der Herr, bin bei euch!
~Jesaja 43, 4-5
Und trotzdem ist es nicht meine Heilung – und auch nicht die Gesundheit unseres jüngsten Kindes – die meinen Glauben durch diese Zeit gestärkt hat, sondern die Gewissheit niemals allein zu sein.  Auch nicht in den schwersten Stunden. Gott selbst hat Leid auf sich genommen und auch uns verlässt er im Leiden nicht.

Vertrauen

Es war schwer zu sagen “Gott, du hast mir diese Kinder anvertraut. Ich bin krank, deshalb weiß ich nicht, ob ich für sie sorgen kann. Ich weiß nicht, ob und wie lange ich für sie da sein kann. Deshalb vertraue ich sie dir an.”

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Schwer zu ertragen war auch nicht etwa der Gedanke, möglicherweise jung zu sterben – sondern die Angst, die Kinder im Stich lassen zu müssen. Und wahrscheinlich wird diese Sorge trotz Heilung nie mehr von mir weichen.

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Advent – Neuanfang

Das Jahr endet jedoch nicht wie es begonnen hat. Es endet nicht mit Sorge und auch nicht mit Schrecken – sondern mit drei fröhlichen Kindern. Und zwei gesunden Eltern. Das Jahr endet versöhnlich. Und rückblickend stellen wir fest, dass das vergangene Jahr ein Jahr voller Wunder war. Manche Wunder sind schmerzhaft – aber sie bleiben Wunder.

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