Geschichten, die das Leben schreibt… – Von Vertreterinnen,verbrannten Kartoffelpuffern und Rauchmeldern

Die besten Geschichten kann man sich nicht ausdenken, die erlebt man. Das fiel mir letztens auf. Und deshalb dachte ich mir, dass ich einige der besten Geschichten mit euch teilen könnte. Denn manche Geschichten kann einfach nur das Leben schreiben.

Eine dieser Geschichten ereignete sich letztens an einem heißen Frühsommertag. Sie begann gegen Mittag. Eigentlich begann sie natürlich morgens, aber so richtig in Fahrt kam die Geschichte eben erst gegen Mittag.

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Es war ein heißer Frühsommer-Mittag

Es war einer dieser heißen Frühsommer-Mittage – Kind1 schlief mehr oder weniger selig in unserem vollkommen überhitzten Schlafzimmer, Kind2 schlief nicht und ich versuchte zu bloggen. Habt ihr schon mal versucht zu bloggen und gleichzeitig ein munteres Baby zu beaufsichtigen, dass sich vom einem Ende des Sofas zum anderen rollt und eifrig nach allem greift, was nur greifbar ist? Vielleicht wäre das eine eigene „Geschichte, die das Leben schreibt“…

Ich war jedenfalls nicht sonderlich erfolgreich. Und das ist eigentlich untertrieben, denn ich schaffte es nicht mal einen einzigen Buchstaben zu schreiben. Es gibt solche Tage.

Und plötzlich klingelte es…

Plötzlich klingelte es an der Tür. Ich erwartete die Post, mich allerdings erwartete eine Vertreterin irgendeines Baby-Bonus-Programms, das von bekannten Drogerieketten betrieben wird. Das versetzte mich durchaus in Erstaunen, denn weder mein Mann noch ich hatten uns für dieses Programm angemeldet. Wir halten nicht viel von solchen Werbeveranstaltungen (denn sie verkaufen lauter Zeug, das man nicht braucht, und produzieren nebenbei furchtbar viel Verpackungsmüll).

Da der Dame offenbar all unsere Daten vorlagen (inklusive des Geburtsdatums von Kind2) ließ ich sie hinein, um sie höflich darum zu bitten, ebenjene Daten zu löschen und uns in Zukunft nicht mehr zu beehren. Etwas konsterniert füllte die Dame den erforderlichen Zettel aus und verschwand.

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Und die Geschichte nahm ihren Lauf

Unterdessen war auch Kind1 aufgestanden und ich begann unser Mittagessen zu bereiten. In einem Moment geistiger Umnachtung wählte ich just die Pfanne für unsere Kartoffelpuffer aus, in der immer alles anzubrennen pflegt. Und auch diesmal verwandelten sich zu meinem Verdruss die herrlich goldgelben Puffer in kleine schwarze Briketts. Um der Kinder Willen bemühte ich mich nicht allzu sehr zu fluchen. Was mir auch gelang.

Bis der Rauchmelder sich zu Wort meldete. Ohrenbetäubend.

In meinem Ärger über die verbrannten Kartoffelpuffer hatte ich unglücklicherweise übersehen, dass ich weder das Küchenfenster geöffnet, noch die Küchentür geschlossen hatte. Und so zog der entstandene Rauch ungehindert in den Flur – zu unserem Rauchmelder.

Rauchmelder sind gute Erfindungen. Aber in diesem Moment verfluchte ich ihn. Schnell schnappte ich mir einen Stuhl, um dem elenden Lärm ein Ende zu bereiten. Nur um heraus zu finden, dass ich viel zu klein war, um an den Rauchmelder zu gelangen. Man muss wissen, dass ich als Gemütsmensch nur schwer aus der Ruhe zu bringen bin. Doch in diesem Moment war ich außer mir.

Ein aussichtsloser Kampf?

Ich hatte die Küchentür geschlossen  – einerseits um zu verhindern, dass noch mehr Rauch in den Flur zog, andererseits aber auch, um den Kindern zumindest einen Teil des Lärms zu ersparen. Und ich wusste ja, dass sie in der Küche sicher waren. Die Kinder wussten das allerdings nicht und brüllten herzzereißend aus ihrem Gefängnis zu mir in den Flur.

Panisch rannte ich zu meinem Handy und rief meinen Mann auf der Arbeit an. Der Lärm war so laut, dass ich kaum verstand, was er sagte – aber irgendwie war seine Gelassenheit beruhigend. „Geht der irgendwann wieder von alleine aus? Ich bin zu klein, ich kann ihn nicht ausschalten!“ brüllte ich hilflos in mein Handy.

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Das Ende der Geschichte

Dann ging ich zurück zu den Kindern und überließ den piepsenden Rauchmelder sich selbst. Endlich riss ich das Küchenfenster auf und überlegte grimmig, welche Puffer noch einigermaßen essbar waren – und welche tatsächlich in den Kompost wandern mussten.

Und dann auf einmal: Stille!

Der Rauchmelder hatte sein wütendes Gehupe aufgegeben. Die Kinder waren etwas verstört, aber auch erleichtert. Endlich konnten wir zu Mittag essen. Es war halb drei…

Welche Geschichten schreibt denn euer Leben so?

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0 Comment

  1. Reply
    antschana
    16. Juni 2016 at 05:17

    oh das mit dem Rauchmelder kenn ich! ich hab da mal Schnitzel angebraten… 😉

    1. Reply
      Ida
      16. Juni 2016 at 06:33

      Und? Hat das deine Kinder auch so lange beschäftigt?

      1. Reply
        antschana
        16. Juni 2016 at 07:17

        Die Kleinen haben geweint und die großen waren leicht panisch. hat auch ewig gedauert bis ich das Ding aus gekriegt hab. musste erst im Keller ne Leiter holen… und dann hab ich auch einfach die Batterie rausgemacht, weil ich es anders nicht ‚tot‘ gekriegt hab… die schnitzel konnte man allerdings tatsächlich noch essen! 😉 und die Kinder hatten nachdem sie sich beruhigt haben, eine spannende Geschichte zu erzählen: „die Mama hat Schnitzel gebraten und dann hat das Haus gebrannt!“ so sah das wohl aus Kindersicht aus… 😉

        1. Reply
          Ida
          16. Juni 2016 at 08:45

          Klingt ja ganz ähnlich wie bei uns. 😉

  2. Reply
    Susanna
    16. Juni 2016 at 07:32

    Eine sehr lustige Geschichte, wenn man selbst nicht drinsteckt. Auch ich hatte mal eine Begegnung mit einem Feuermelder, allerdings ohne kleine Kinder und mit der Möglichkeit, jenes brüllende Gerät mit Hilfe der Batterie-Entnahme zu beruhigen bzw zur Stille zu bringen. Dieser Piepton geht einem total auf die Nerven und ich kann mir das Erschrecken der lieben Kleinen sehr gut vorstellen. Zum Glück gibt es diese Erfindung, aber wenn sie los stürmt im falschen Moment, kann sie schon sehr nervtötend sein.

    1. Reply
      Ida
      16. Juni 2016 at 08:47

      Kind1 erzählt bis heute davon und hat zum Teil Angst allein auf den Flur zu gehen…

  3. Reply
    Kathrin
    16. Juni 2016 at 08:22

    Ich wollte mal abends Rouladen für den nächsten Tag vorbereiten… Also Baby schlief in unserem Bett, der große Sohn (damals 4) wollte in seinem Zimmer schlafen, weil er noch Hörspiel hören wollte. Also saßen der Mann und ich in der Küche und bereiteten gemütlich 2 verschiedene Füllungen für die Rouladen zu. Da hörten wir ein gurgelnd- würgendes Geräusch aus dem Kinderzimmer wo unser Sohn mit roten Kopf und tränenden Augen im Bett saß und erstickt „Delfin“ murmelte… Seine Delfine sind aber mind. 20 cm groß, daher nütze uns der Hinweis nicht viel- Fakt war nur, es klemmt irgendwas im Hals, also den Sohn über die Knie gelegt und kräftig zwischen die Schulterblätter geklopft, 1 mal, 2 mal, da murmelte er „Marien…“ aber weiter deutlich erstickt, ich sagte den Mann, wenn sich beim nächsten Schlag nichts tut, dann möge er mit dem Sohn in die Notaufnahme rennen, er hat seinen kleinen Glasmarienkäfer verschluckt (ein lieb gemeintes Geschenk der Oma), doch bei nächsten Schlag erbrach sich unser Sohn endlich und der Marienkäfer kam mit raus… Also, Erleichterung, Sohn geduscht, Mann wischt das Zimmer. Der Sohn erzählt mir, als ich ihn in unser Bett neben das Baby lege, dass er sich den Marienkäfer vom Regal genommen hat und in den Mund genommen hat, weil er so süß aussah… Sohn schläft… Mann füllt Rouladen, ich die Waschmaschine. Baby weint… Der Sihn hat es beim umdrehen getroffen und geweckt. Ich stille es wieder in den Schlaf… Der Mann ist mit den Rouladen fertig, Baby schläft. Ich brate die Rouladen an, hänge die Wäsche auf den Balkon und piiiiiieeeep unser Rauchmelder springt ohrenbetäubend an, der Mann hat die Rouladen angeschüttet und durch die offene Balkontür zieht der Rauch genau zu ihm! Ein Blick auf die Uhr verrät es ist 0:05 Uhr! Beide Kinder sind wach, ich eile ins Schlafzimmer, mein Mann drückt den Rauchmelder aus und schmeißt ihn auf den Balkon… Dort vergessen wir ihn. Bis Montag- ich komme am Nachmittag mit den Kindern nach Hause und höre schon von weitem Piiiiep, Piiiieeeep…. Ich schließe Fahrrad und Anhänger eilig an, haste nach oben und tatsächlich es ist unser Rauchmelder auf dem Balkon! Ich entwende ihm die Batterien! Nachbarn klingeln, fragen ob alles i. O. ist und erzählen uns, dass es schon ne Weile so ging, sich aber niemand erklären konnte, woher das Geräusch kam… Wir haben jetzt einen neuen Rauchmelder!

    1. Reply
      Ida
      16. Juni 2016 at 08:52

      Wow, was für eine beängstigende Geschichte! Ich sollte Kleinteile noch besser verstecken glaube ich…

      1. Reply
        Kathrin
        16. Juni 2016 at 20:09

        Ich habe seitdem echt Respekt vor Glasmurmeln, der Käfer ist in etwa so groß und recht hoch. Die haben ne blöde Größe, durch die runde Form lassen sie sich leicht verschlucken, sind aber so groß, dass sie noch hängen bleiben und ziemlich verstopfen… Er muss in der Speiseröhre gehangen haben, sonst wäre er beim Erbrechen ja nicht raus gekommen. Sowohl Murmeln als auch der Käfer stehen jetzt so weit oben, dass die Kinder fragen müssen und sie dürfen damit nur unter direkter Aufsicht spielen… Der Rauchmelder war dann nur noch die Krönung des aufregenden Abends!

        1. Reply
          Ida
          19. Juni 2016 at 18:24

          Bänder, Schals, Gürtel und ähnliches sind auch gruselig…

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