Einen Gang zurück schalten – die Fastenzeit

Und zack ist sie schon wieder da – die Fastenzeit. Irgendwie hatte ich noch gar nicht so richtig mitbekommen, dass Weihnachten schon vorbei ist. Hm.

Eigentlich ist die Fastenzeit nicht unbedingt meine Lieblingszeit im Jahr. Ich empfinde sie als düster und bedrückend – und das ist sie ja auch. Das ist eben auch Teil des Lebens.  Und irgendwie ist es ja auch gut, dass es im (Kirchen)Jahr sieben Wochen gibt, die genau diesem Teil des Lebens gewidmet sind.

Trotzdem freue ich mich jedes Mal wenn endlich Ostern ist

In meinem Umkreis wird die Fastenzeit sehr unterschiedlich begangen. Manch einer verzichtet auf Süßigkeiten, Alkohol, Kaffee oder Fleisch, andere verbannen ihren Fernseher oder überlegen sich irgendeine andere Form von Askese.

Advent Weihnachten Vorweihnachtszeit Adventskranz Hoffnung Vertrauen Gott Jesus katholisch christlich

Ich finde Verzicht – bewussten Verzicht – gut. Sehr gut sogar. Vielleicht können wir uns auf diese Weise ein bisschen besser in das einfühlen, was für andere Menschen Alltag ist. Verzicht. Mangel. Leid. Vielleicht werden wir ein bisschen sensibler für all jene Menschen, die auch unsere Nächsten sind – auch wenn wir ihnen womöglich niemals begegnen werden. Vielleicht werden wir verantwortungsbewusster in unseren eigenen Entscheidungen – vor allem im Hinblick auf Konsum.

Viele Wege führen nach Rom

Der bewusste Verzicht auf Nahrungsmittel oder liebgewonnene Gewohnheiten ist eine Möglichkeit die Fastenzeit zu begehen. Eine andere ist bewusst etwas zu tun, was man sonst möglicherweise nicht tut. Dabei denke ich unter anderem an einzelne Familienmitglieder, die die Fastenzeit nutzen um zu entrümpeln. Um sich bewusst zu machen, was sie eigentlich alles nicht brauchen. Worauf sie verzichten können. Wie es auch einfacher geht. Und die das, was nicht (mehr) brauchen an andere weitergeben.

Und ich denke an all jene, die Menschen in ihrem Umfeld bewusst etwas Gutes tun wollen. Frei nach dem Pfadfinder-Leitsatz “Jeden Tag eine gute Tat!” Oder diejenigen, die die Fastenzeit zur Einkehr nutzen. Intensiver als sonst Bibel lesen, ihr Gewissen erforschen, vielleicht an Exerzitien teilnehmen.

Zur Ruhe kommen

Ganz gleich wie wir die Fastenzeit für uns und andere gestalten – eines verbindet uns: Irgendwie kommt in der Fastenzeit alles zur Ruhe. Wird langsamer. Entschleunigt. Das ist eine Veränderung, die uns auch sonst im Alltag ziemlich gut täte.

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Und es ist ein Thema das mich schon länger sehr beschäftigt. Langsamkeit. Ausstieg aus diesem irrsinnig schnellen Karussell, das sich Alltag nennt.

Was tut ihr in der Fastenzeit?

 

Alles Liebe,

eure Anna

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3 Comment

  1. Reply
    Martha
    16. Februar 2018 at 09:04

    Liebe Anna, ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen. Es gab Jahre, da war mir das Verzichtfasten einfach zu viel und ich habe versucht, etwas zu finden, was meiner Seele gut tut. Plus-Fasten, sozusagen. So ähnlich mache ich das mit den Kindern… Wir haben so eine schöne Kinderbibel bekommen (“Gott-hat-dich-lieb-Bibel”), da lese ich den Kindern jeden Tag ein Stück daraus vor und sie lieben es jetzt schon. Ich selbst habe beschlossen, Dinge und Gedanken loszulassen… Entrümpeln und mit leichtem Gepäck weiterreisen. Darüber schreibe ich regelmäßig auf meinem Blog. Ich wünsche Dir und Deinen Lieben eine gesegnete, entschleunigte Zeit… Martha

    1. Reply
      Anna
      17. Februar 2018 at 19:50

      Entrümpeln ist so ein vielschichtiges Thema – irgendwie lässt man nicht nur die materiellen Dinge los, sondern befreit sich auch seelisch. Verrückt irgendwie.

      Ich wünsche euch auch eine gute Zeit und auf deinem Blog schau ich vorbei, ich bin schon ganz gespannt.

    2. Reply
      Eva-Maria
      18. Februar 2018 at 21:03

      Oh, das macht mich neugierig. Wie heißt Dein Blog?

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