Ein neues Leben beginnt… – ein Gastbeitrag im Februar von Tamara von Erziehungskiste

A Bullerbü Life ist in Blogpause – deswegen übernehmen im Moment andere Blogger mit einer Gastartikelserie unsere Publikationstätigkeit. Im Februar lesen wir einen Artikel von Tamara, die den Blog Erziehungskiste betreibt.

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Ich spürte bei meinen beiden Söhnen sehr früh, dass ich schwanger war. Beide Kinder waren geplant, Wunschkinder, wie man so schön sagt. Beide Male war es aber ein recht steiniger Weg bis unser Wunsch erfüllt wurde.

Bei meinem kleinen Mann dauerte es beinahe ein Dreivierteljahr bis man endlich feststellte, dass meine Schilddrüse aufgrund einer Autoimmunstörung nicht richtig funktionierte und es deshalb auch mit dem Schwanger werden nicht klappen konnte. Die Zeit bis zur Diagnose war für mich sehr zermürbend. Nicht nur, dass es Monat für Monat enttäuschend war, wieder die Regel zu bekommen. Ich spürte auch während der ganzen Zeit, dass etwas nicht mit meinem Körper stimmte, fühlte mich schwach, hatte starke prämenstruelle Beschwerden, war depressiv. Nach der Diagnose durch einen Allgemeinarzt, der auf Naturheilverfahren spezialisiert war, dauerte es nicht mal zwei Monate, bis sich meine Werte in Richtung Normalbereich bewegten und ich schwanger war. Durch Akupunktur und pflanzliche Mittelchen. Mein Mann und ich waren überglücklich als ich endlich den positiven Test in der Hand hatte.

Mein kleinster Mann war ebenfalls geplant. Diesmal klappte es zwar auf Anhieb mit dem Schwanger werden, allerdings kamen vorher noch zwei Fehlgeburten dazwischen – verbunden mit einem Gefühlschaos von Freude, Hoffnung, Angst und Traurigkeit.

Schwangerschaften selbst sind so unterschiedlich wie es die Kinder auch sind. Keine zwei Schwangerschaften sind identisch, jede Frau empfindet jede einzelne anders. Bis auf eine gestaute Niere und starke Rückenschmerzen war es bei mir glücklicherweise immer unkompliziert.

Ebenso wie die Schwangerschaften sind auch die Geburtserlebnisse von Frau zu Frau und da auch wieder von einem zum anderen Mal unterschiedlich.

Meine erste Geburt (die in Belgien stattfand) kann ich mit einem Wort zusammenfassen: traumatisierend. Da mein Sohn auch eine Woche nach Geburtstermin noch keine Anstalten machte, meinen Körper verlassen zu wollen, musste die Geburt eingeleitet werden. Die Einleitung erlebte ich als sehr heftig, die Schmerzen waren überwältigend und gaben mir keine Zeit zum Verschnaufen. Dann steckte mein kleiner Mann auch noch im Geburtskanal fest und musste mit der Saugglocke geholt werden.

Mein kleinster Mann kam in Wien auf die Welt. Auch hier musste, zehn Tage nach Termin, die Geburt eingeleitet werden. Die Art der Einleitung unterschied sich von der in Belgien dadurch, dass sie um einiges sanfter war. Es dauerte 18 Stunden, bis es losging. Dann auch sehr schnell und heftig, aber zumindest mit Erholungspausen zwischendurch und die Geburt war wesentlich kürzer als beim ersten Mal. Es wurde eine spontane Wassergeburt, die letztlich viel sanfter für ihn ablief als es die Geburt für meinen ersten Sohn tat. Insgesamt also eine deutlich bessere Erfahrung als beim ersten Mal.

Was neben all den schwierigen Momenten auf dem Weg zu meinen beiden Kindern aber deutlich überwiegt, ist jener Augenblick als ich sie zum ersten Mal ansehen und berühren konnte. Dieses überwältigende Gefühl, das mit Worten einfach nicht ausreichend beschrieben werden kann. Seinem Kind das erste Mal in die Augen sehen, es riechen, berühren und festhalten. Wenn die Welt um einen herum und all die Strapazen der Geburt verblassen. Der Partner ist einem plötzlich so nah wie nie zuvor im Leben, man spürt diese Verbindung zueinander und zum Kind auf einzigartige Weise. Ein derart vollkommenes Glück habe ich noch nie zuvor in meinem Leben gefühlt.

Ein neues Leben im Arm zu halten veränderte mich und mein Leben gänzlich. In diesem Moment spürte ich den wahren Sinn des Lebens. Dieser Augenblick machte mich stärker, selbstbewusster und erfüllte mich mit reinstem Glück. Mutter zu sein ist mehr als eine Aufgabe. Es ist ein neues Leben. Für das Kind als auch für die Mutter selbst.

Tamara Jungbauer hat Erziehungswissenschaften an der Uni Wien studiert uns ist Mama zweier Söhne. Unter http://www.erziehungskiste.net betreibt sie einen Erziehungsblog, auf dem es Infos und Tipps rund um das Thema Erziehung und Familie als auch die Möglichkeit einer Online Beratung gibt. Tamara ist auch Autorin, ihr aktuelles Projekt, das Kinderbuch „Das kleine Klokodil“, ist über ihre Webseite erwerblich.

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