Warum ich viele christliche Blogs enttäuschend finde

Es gibt so viele Blogs da draußen im Internet: Eltern-Blogs, Umwelt-Blogs, politische Blogs, Handarbeits-Blogs, Beauty-Blogs – und ja, auch christliche Blogs. Und das finde ich eigentlich ziemlich gut, denn ein christliches Leben zu führen ist gar nicht mehr so alltäglich in unserer Gesellschaft. Umso besser wenn genau das im Internet thematisiert wird.

Und trotzdem bin ich von vielen christlichen Blogs ziemlich enttäuscht.

Ja, wirklich. Mein Glaube ist mir wichtig, er ist die Richtschnur meines Lebens und das ist er auch für viele andere Christen (und auch für Angehörige anderer Religionen mal so nebenbei bemerkt). Und trotzdem kann ich mich für viele christliche Blogs nicht so richtig erwärmen.

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Was mich stört?

Ich versuche es mal mit zwei Bibel-Zitaten zu umschreiben:

„Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch!“

~ Philipper 4,4

Die Freude fehlt mir. Die Freude über den Glauben. Die Freude über die Gewissheit, dass Gott bei uns ist. Dass er uns nicht verlässt, egal was kommen mag. In der Bibel werden wir immer wieder daran erinnert, dass wir uns freuen können und dass glauben auch sich freuen bedeutet. Unter anderem. Aber genau diese Freude lese ich aus kaum einem christlichen Blog heraus.

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Und das stört mich.

Stattdessen wird über den Zustand der Welt und der Gesellschaft geklagt, über die Verkommenheit der säkularen Umwelt, über Unmoralisches, über Christenfeindliches. Gleichzeitig wird nicht damit gespart darauf hinzuweisen, gegen was man sich alles wendet. Gegen Scheidung. Gegen Gender Mainstreaming. Gegen Krippenbetreuung. Gegen Sex vor der Ehe. Oft auch gegen den Islam oder sogar gegen Flüchtlinge.

Christliche Blogs verströmen oft Angst. Angst vor der Welt da draußen wie sie eben ist. Und mit Verlaub, aber das finde ich nicht besonders christlich. Pessimismus ist nicht besonders christlich. Schreckensszenarien zu entwerfen ist nicht besonders christlich.

Eigentlich haben wir doch Visionen…

Wo bleiben die Visionen für eine bessere Welt? Für eine gerechtere und friedlichere Gesellschaft? Wo bleibt Zuversicht und Hoffnung? Haben denn meine lieben Glaubensbrüder 1. Korinther 13,13 vergessen?

Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

~ 1. Korinther 13,13

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Wir haben etwas anzubieten als Christen, unser Glaube bietet Alternativen zu den Standards, die oftmals in unserer Gesellschaft herrschen. Und das ist eine gute Nachricht. Sogar eine sehr gute Nachricht. Unser Glaube kann uns und alle Menschen da draußen ermutigen weiter an das Gute zu glauben, weiter für Gerechtigkeit zu kämpfen, nicht den Kopf hängen zu lassen. Über sich selbst hinaus zu wachsen – und dann diejenigen an die Hand zu nehmen, die es allein nicht schaffen.

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Wie ich mir christliche Blogs wünsche

Aber das tun wir nicht, indem wir wehklagen, indem wir Feindbilder aufbauen, indem wir Ängste schüren. Wir können für unseren Glauben werben und für seine Werte (ja, auch die unbequemen, das ist kein Widerspruch!), seine Botschaft, die Alternativen, die er bietet. Auch über Blogs. Gerade über Blogs! Aber das können wir nur mit Herzblut tun. Mit Optimismus. Und mit Freude. Mit einer Freude wie sie nur aus dem Glauben kommen kann:

„Im Übrigen, liebe Brüder, freut euch, kehrt zur Ordnung zurück, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes und lebt in Frieden! Dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein.“

~ 2. Korinther 13,11

Was für christliche Blogs kennt ihr? Wie gefallen sie euch?

 

 

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13 Comment

  1. Reply
    Constanze
    12. Februar 2017 at 14:33

    Vielen Dank für deinen Beitrag und deine Ermutigung zu optimistischen Blickwinkeln! Ich bin momentan auf der Suche nach guten christlichen Blogs (da ich selbst erst vor kurzem mit Bloggen angefangen habe und es mich interessiert hat, wie andere Christen bloggen) – und dabei auf deinen Artikel gestoßen. 🙂 Bisher bin ich auch oft enttäuscht von christlichen Blogs gewesen… Aber hier werd ich wohl mal noch ein bisschen herumstöpern 🙂
    Liebe Grüße,
    Constanze

    1. Reply
      Ida
      12. Februar 2017 at 22:58

      Sehr gern, darüber würde ich mich freuen!
      Ganz liebe Grüße
      Ida

  2. Reply
    Martha
    11. April 2017 at 09:52

    Hallo Ida, ich bin gerade zufällig auf diesen Text gestoßen. Ich blogge zwar noch nicht so lange, aber ich habe schon sooo viele wundervolle christliche Blogs gefunden, dass ich antworten musste 🙂 Die „Honigdusche“ fand ich glaub ich über einen Beitrag bei dir, aber auch diese Blogs hier finde ich toll: 7geisslein, mutterherzblog, mamaabba <3, Eltern sein – Familie leben, Der Spatz in der Hand, Der besondere Alltag… und noch einige mehr 😉 Das sind im wesentlichen christliche Mama-Blogs, vielleicht liegt es daran, dass sie Freude ausstrahlen 🙂 Liebe Grüße, Martha

    1. Reply
      Ida
      16. April 2017 at 22:59

      Oh, außer Honigdusche kenne ich diese Blogs alle gar nicht! Die muss ich mir unbedingt anschauen. Danke für den Tipp!!

  3. Reply
    Florian | Plakatschmiede.com
    3. Oktober 2017 at 23:33

    Liebe Ida,
    ich habe deinen Artikel mit Interesse gelesen! Ich schreibe einen christlichen Blog + muss mich gerade ganz selbstkritisch betrachten. Danke! 🙂 Es ist mein Wunsch & mein Anspruch zu Jesus / zum Glauben hinzumotivieren; meine eigene (ehrliche) Begeisterung „raushängen“ zu lassen.
    Aber ich fürchte die Sache ist auch ein 2schneidiges Schwert: Nur schon in dem ich sage „Jesus ist gut“, sage ich ja automatisch „Jesus NICHT haben ist nicht gut“. Jesus ist der Retter. (Retterung = gut) Aber WOVOR rettet er mich denn? > Das ist der zweite Teil der Wahrheit, ohne dass ich absichtlich Ängste schnüre oder Feindbilder aufbaue. Hm.

    Mich würde interessieren, wie du meinen Blog siehst.

  4. Reply
    Merrie
    7. November 2017 at 18:45

    Hey danke dir für diese Gedanken. Ich finde es gut zu hören wo es Verbesserungen gibt. Auch wenn es jetzt nicht direkt Kritik an meinem Blog war ist es echt hilfreich darauf zu achten. auch wenns bissl negativ war😉

  5. Reply
    Christoph
    27. November 2017 at 22:40

    Ui, da hast du ja ein wichtiges Thema angesprochen. Ich denke auf der einen Seite hast du recht:wir müssen als Christen auch mal nicht gegen alles sein. Auf der anderen Seite finde ich es aber wichtig auch solche Themen anzusprechen. Eine große Ausgewogenheit ist wichtig. Vor allem sollten christliche Blogs Jesu Erlösungsangebot und seine Liebe hervorheben und den Menschen zeigen, dass dieses Angebot für sie gilt.

    1. Reply
      Ida
      9. Dezember 2017 at 21:10

      Ich finde es auch wichtig, unbequeme Themen aufzugreifen – aber ich mag keine Schwarzmalerei und keine Nörgelei. Und das gefällt mir bei vielen christlichen Blogs nicht.

  6. Reply
    Claudia
    20. Dezember 2017 at 23:24

    Hallo!
    Auch im Leben eines Christen gibt es nicht nur Freude. Ich denke man muss auch traurigere Themen und Probleme ansprechen können und einen Weg zeigen mit Gottes Hilfe wieder Fröhlichkeit zu erlangen. Auch Christen fallen zu Boden, aber der Herr hilft ihnen wieder hoch.

  7. Reply
    easyfisch
    25. Januar 2018 at 11:51

    Hallo Ida
    Kann das sehr gut verstehen!-)
    Die etwas bis sehr negativ-gegenüber-der-Welt-gefärbten Blogs sind zumindest oft sichtbarer oder besser zu finden.
    Lass dich nicht von ihnen runterziehen. Umso wichtiger ist es, dass wir das ein anderes Bild verkörpern können im Netz und in der Welt. Hab gerade im aktuellen Video „Jesus ist Südländer“ etwas davon angesprochen und in Kürze kommt ein weiteres Video: „Christen sind die besseren Trolle“ wo ich auf ähnliche Gedanken eingehen werde.
    Ich wünsch dir einen schönen Tag
    Grus&Segen
    easyfisch

    1. Reply
      Ida
      25. Januar 2018 at 20:40

      Klingt spannend! 🙂

  8. Reply
    Himmelsliebling
    11. April 2018 at 05:10

    Liebe Ida,

    die meisten christlichen Blogs kenne ich gar nicht, und auch auf Deinen Blog bin ich nur durch Zufall gestoßen, weil ich einfach mal „christlicher Blog“ gegoogelt habe.

    Ich stimme Dir eigentlich zu, aber irgendwie dann doch nicht. Es gibt sie eben doch, Christen – Menschen – die frohe Nachrichten verströmen, erzählen, was sie mit Jesus erleben anstatt zu belehren, teilen, was sie erkannt und herausgefunden haben, ermutigen, kreativ sind und vieles mehr. Die anderen lasse ich einfach so stehen – jeder muß seinen Weg mit Gott und den Menschen finden.

    Ich versuche auf meinem Blog, all das „Enttäuschende“ nicht zu tun, was Du beschrieben hast, versuche behutsam und doch kraft- und liebevoll zu sein, einfach meine Gedanken zu teilen, ja und auch meine neu entdeckte Kreativität … auf meine Art, mit dem, was der Himmlische Vater in mich hineingelegt hat, was Jesus mir schenkt und so wie der Heilige Geist mich führt.

    Für Deinen Blog wünsche ich Dir auf jeden Fall alles Gute, Segen und Freude. Es ist schön, an Deinen Gedanken teilhaben zu dürfen.

    Ganz herzlich
    Gesa

    1. Reply
      Anna
      24. April 2018 at 21:29

      Ich habe in den letzten Monaten eine ganze Reihe großartiger christlicher Blogs kennen gelernt! Darüber freue ich mich sehr und ich empfinde sie als sehr bereichernd.
      Genauso wie die Rückmeldungen meiner eigenen Leser. Danke für deinen Kommentar!

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