Bloggen mit kleinen Kindern – eine Anleitung in 4 Schritten

„Man wächst an seinen Aufgaben!“ heißt es oft. Und ich denke, dass das auch stimmt. Aber was heißt das eigentlich genau? Als Eltern haben wir eine ganz große und kostbare Aufgabe mit unseren Kindern bekommen. Eine Aufgabe, die sich unzählige kleinere Aufgaben unterteilt. Wir müssen irgendwie alles, was in unserer Familie wichtig ist, in Einklang bringen. In Balance.

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Und wie funktioniert das mit dem Bloggen?

Alles eine Frage der Organisation? Vielleicht auch, denn ohne Organisation klappt es wahrscheinlich gar nicht. Aber ich glaube nicht, dass man durch Organisation allein einfach alles schaffen kann. Darüber habe ich schon öfters geschrieben, ich weiß. Und ich möchte mich auch gar nicht wiederholen. Ich möchte diesmal nur auf das Bloggen an sich eingehen und wie das so ist zu bloggen und sich gleichzeitig zu Hause um zwei Kinder zu kümmern.

Denn das ist nicht einfach. Wir neigen oft dazu, etwas das nicht einfach ist, als Herausforderung zu beschreiben. Und das ist es ja auch. Aber das erweckt andererseits nur allzu leicht ein etwas zu beschönigendes Bild. Bloggen mit kleinen Kindern ist eine Herausforderung. Und es funktioniert. Aber leicht ist es nicht.

Klare Zeiten helfen!?

Das ist der Tipp, den die meisten „alten Hasen“ unter den Bloggern auf Lager haben. Und es stimmt, klare Strukturen helfen. Es ist nur so, dass es sich oft leichter anhört als es ist, diese klaren Strukturen in einer jungen Familie zu etablieren und einzuhalten.

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Normalerweise funktioniert es am besten dann Schreibzeiten einzuplanen, wenn die Kinder schlafen oder von jemand anderem betreut werden – vom Papa, der Oma, einem Babysitter. Oder vom Kindergarten, falls die Kinder nicht – wie bei uns – kitafrei aufwachsen.

Klingt doch super!

Na klar, ist es ja auch. Es funktioniert nur nicht. Zumindest nicht im Alltag. Zumindest nicht regelmäßig im Alltag. Denn es ist einfach nicht so, dass die Kinder eben wirklich immer gleichzeitig schlafen. Und dass sie es zu den Zeiten tun, wenn wir tatsächlich bloggen können. Und es ist auch nicht zwangsläufig so, dass das nicht-schlafende Kind friedlich für sich alleine spielen mag, während das andere schläft. Und Mama bloggt.

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In der Realität sieht es dann oft so aus, dass ein Kind schläft und das andere in ein Stakkato aus „Mama, Milch! Mama, Lied singen! Mama, Buch lesen! Mama, Banane! Mama, Nudeln! Mama, Arm!“ verfällt und Mama versucht irgendwie ein paar sinnvolle Zeilen in den Laptop zu hacken und gleichzeitig dem Kind „Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann“ vorzusingen. Wir reden hier von der Mittagszeit versteht sich.

Aber wie ist es abends?

Bei der Frage möchte ich milde lächeln. Denn abends ist es oft gar nicht so viel anders als mittags. Oft schlafen die Kinder eben nicht gleichzeitig ein, oft ist es sehr spät, wenn das letzte Kind einschläft, oft ist eben auch der Papa nach einem langen Arbeitstag müde und hat nicht mehr die Energie der bloggenden Mama den Freiraum zu verschaffen, den sie zum Bloggen brauchen würde.

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Das hört sich alles ziemlich negativ an, oder? Vielleicht. Aber bei genauerer Betrachtung ist es das gar nicht. Denn auch wenn es anstrengend ist, ist es trotzdem ganz wunderbar den ganzen Tag mit den Kindern verbringen zu können. Wer „nur“ als Hobby bloggt, der hat ohnehin keinen Zeitdruck und wer vom Hobby zur Profession übergegangen ist oder sich zumindest in Richtung Profession entwickelt eine Routine, die eben irgendwie funktioniert. Mal besser und mal auch gar nicht.

Mein Geheimnis?

Ich habe keins. Ich kann euch nicht sagen, wie ihr Familie und Bloggen unter einen Hut bringt. Denn ich bringe es oft selbst nicht unter einen Hut. Aber ich habe ein paar Routinen, die mir helfen.

  1. Vorschreiben: Ich nutze die Zeiten aus, in denen ich im Alltag die Ruhe zum Schreiben finde. Und dann schreibe ich. So viel, wie ich eben schaffe. Wenn es gut läuft, kann ich mehr als einen Artikel schreiben. Ich veröffentliche fast nie sofort, was ich geschrieben habe, sondern plane meist weit im Voraus. So überbrücke ich Zeiten, in denen ich tagelang gar nicht zum Schreiben komme.
  2. Klare Prioritäten: Wenn ich die Zeit zum Schreiben finde, dann schreibe ich. Und ich erlaube mir in der Zeit nichts anderes zu tun – keine E-Mails, keine sozialen Netzwerke und schon gar kein Surfen im Internet. Nur schreiben. Und erst wenn ich so viel geschafft habe, wie ich wollte nutze ich meine Zeit für etwas anderes (und das ist selten genug der Fall).
  3. Soziale Netzwerke: Zum Bloggen gehört natürlich nicht nur das Schreiben von Blog-Artikeln, sondern auch die Vernetzung über Facebook, Twitter, Instagram, etc. Und das nimmt viel Zeit in Anspruch – Zeit, die dann zum Schreiben fehlen kann. Deswegen habe ich für mich einen Grundsatz entwickelt: Sobald ich die Zeit habe am Laptop zu schreiben, schreibe ich Blogartikel. Nichts anderes. Die sozialen Netzwerke bediene ich ausschließlich vom Handy aus. Wenn es im Alltag eine kurze Pause zwischendurch gibt.
  4. E-Mails: Auch sie gehören zum Bloggen dazu. E-Mails von Lesern, von anderen Bloggern und von (möglichen) Kooperationspartnern. Ich habe einen E-Mail-Tag in der Woche. An diesem Tag schreibe ich keine Artikel, sondern nur E-Mails. Sehr wichtige E-Mails beantworte ich allerdings auch zwischendurch, wenn ich irgendwie die Zeit finde.

Wie bringt ihr euren Blog in Balance mit den Bedürfnissen eurer Familien? Habt ihr Tipps für mich?

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4 Comment

  1. Reply
    Bianka
    5. November 2016 at 10:31

    Ach Mensch, das hast du aber wirklich treffend beschrieben…
    Aktuell schreibe ich immer auf dem Handy Texte vor während ich den kleinen Mann im Schaukelstuhl zum Schlafen schunkel. Die Texte bearbeite ich dann immer wenn irgendwie passt am PC.
    Alles ein bisschen Stückwerk bei uns;)

    1. Reply
      Ida
      5. November 2016 at 15:26

      Das könnte ich auch mal ausprobieren. Ob das auch beim Buch-Schreiben funktioniert?

  2. Reply
    Natalie
    7. November 2016 at 21:23

    Hallo Ida,
    Ich blogg‘ ja nicht (weil ich es nicht schaffe!)
    Aber ich habe die Rohfassung eines Romans teilweise tatsächlich auf dem Spielplatz mit der Hand geschrieben.
    Und nachts überarbeitet.
    Ich fang‘ diesen Wahnsinn gerade wieder an.
    Viel Glück
    Natalie

    1. Reply
      Ida
      7. November 2016 at 21:51

      Das kenne ich, ich habe auch überall Entwürfe herum liegen. Schwierig bei der Variante finde ich, die Zettelwirtschaft beisammen zu halten und vor allem außer Reichweite der Kinder zu bringen.
      Aber es ist eine sehr flexible und zeitsparende Möglichkeit Gedanken zu sammeln.

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