Bist du nicht furchtbar allein? Kindergartenfrei in unserer Gesellschaft

Wir fallen auf mit unserem kindergartenfreien Leben. Oft wecken wir Interesse und Neugier bei anderen Menschen, manchmal lösen wir aber auch Unverständnis, Misstrauen und Wut aus. Und immer wieder kommen Anfragen in ganz unterschiedlicher Art und Weise. Und letztens eben diese:

Bist du nicht furchtbar allein so kindergartenfrei?

Irgendwie hat mich diese Anfrage ziemlich überrascht – ich glaube, ich habe noch nie so richtig darüber nachgedacht. Aber nein, ich fühle mich nicht allein. Ich denke, dass ein kindergartenfreier Lebensstil in unterschiedlichen Gegenden sehr verschieden aussieht. Es hängt einfach davon ab, wie viele andere kindergartenfreie oder auch halbtagskindergarten Familien es im Umkreis gibt.

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Wir sind hier durchaus Exoten, aber damit sind wir nicht unbedingt allein. Es gibt hier zwar nicht viele Exoten, aber eben doch so viele, dass man sich findet. In Spielgruppen, auf Spielplätzen und auch in der Nachbarschaft.

Und trotzdem ist es wohl eine Frage des persönlichen Empfindens

Ich denke beispielsweise, dass es einen großen Unterschied macht, ob man mit einem oder mit mehreren Kindern kindergartenfrei lebt. Zumindest für mich. Denn ich denke, dass es ein himmelweiter Unterschied ist, ob ein kindergartenfreies Kind tagaus tagein mit Mama (oder Papa, Oma, …) allein zu Hause ist und nur selten andere Kinder zum Spielen findet. Oder ob es eben immer mindestens einen Spielgefährten zu Hause hat.

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Und wir Eltern? Es ist eine Tatsache unseres Zeitalters, dass wir einen Großteil unserer Kontakte, Bekanntschaften und Freundschaften über unsere Arbeit schließen. Und Eltern, die ihren Beruf zumindest für eine gewisse längere Zeitspanne aufgeben (und das ist ja in kindergartenfreien Familie oft der Fall), erleben häufig eine nicht zu unterschätzende soziale Isolation.

Und das möchte ich nicht schön reden

Denn ich glaube, dass wir als Eltern vor allem eines brauchen und das ist Gemeinschaft. Eine Gemeinschaft, durch die wir Unterstützung erfahren. Denn ganz gleich wie unser Leben in unseren Familien aussieht, ob wir kindergartenfrei sind oder berufstätig in Vollzeit, ob wir ein oder mehrere Kinder haben, ob wir verheiratet oder alleinerziehend sind, wir stehen vor einer großen Aufgabe, die sich nur sehr schwer ohne Gemeinschaft bewältigen lässt.

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Und deshalb verstehe ich die Frage, ob ich mich denn nicht allein fühle, schon. Ich denke, ich habe es einfach ganz gut getroffen. Ich habe das Glück in meinem Umfeld einige weitere kindergartenfreie Familien zu kennen. Es sind nicht viele, aber immerhin ein paar.

Wie sieht das bei euch aus?

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